Full text: Kaufmanns Herrschgewalt

VI. Wie kann man ein Vermögen erwerben? 
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Beides maciht seine Laufbahn erst lobenswert. Ein Mann mit sol 
chem Berufe ist der Menschheit nützlich. Der Kaufmann nützt 
durch Verteilung von Waren, der Bankier durch Besorgung von 
Kapital. Das dritte Hindernis bei jedem Vorwärtskommen, das 
fast so schlimm ist wie das Spekulieren, sind Bürgschaften 
jeder Art. 
Geschäftsleute bedürfen unregelmäßiger Geldzuschüsse; zu 
manchen Zeiten geringe, zu anderen Zeiten wieder ungeheure 
Summen. Da andere sich in derselben Lage befinden, so entsteht 
eine große Versuchung zu gegenseitigen Gefälligkeitswechseln. 
Diese Klippe müßte vermieden werden. Zweifellos gibt es Fälle, 
in denen man einem Freunde helfen soll; dennoch gilt auch für 
diesen Fall eine Regel, die uns sichert: Niemand sollte Zahlungs 
verpflichtungen für einen anderen übernehmen, wenn er nicht 
genügend Kasse zur Einlösung einer solchen Verpflichtung hat, 
ohne daß sein eigenes Geschäft dadurch Schaden leidet. Der 
gleichen zu tun, ist nicht ehrenhaft. Jedermann hat sich als Ver 
walter derjenigen anzusehen, die ihm selbst vertraut haben, und 
sein Gläubiger besitzt ein volles Recht auf all sein Kapital und 
all seinen Kredit. Für Deine eigene Firma Deinen Namen, Dein 
Vermögen und Deiner Ehre Heiligtum — alles; in jedem anderen 
Falle jedoch, ganz gleichgültig, wie immer die Verhältnisse liegen 
mögen, leiste nur die Hilfe, welche Du ohne Gefahr für Deine 
eigenen Verpflichtungen leisten kannst. Das beste ist deshalb, 
lieber bares Dir selbst entbehrliches Geld herzugeben, als Dein 
Akzept oder Deine Bürgschaft. Ein anderer wichtiger Grund für 
den geschäftlichen Mißerfolg junger Leute ist der Mangel an 
Konzentration. Sie sind zu Kapitalsanlagen außerhalb ihrer eigent 
lichen Tätigkeit geneigt. Das ist die Ursache vieles überraschen 
den Mißlingens. Jedes bißchen Kapital, jeder geschäftliche Ge 
danke, jedes bißchen Kredit sollte auf das eine Geschäft verwandt 
werden, dem man sich gewidmet hat. Zersplittere niemals Deine 
Mittel. Das muß ein armseliges Geschäft sein, welches bei ver 
mehrter Kapitalsanlage nicht bessere Erträge liefert, als jede andere 
dem Geschäfte fremde Anlage. Kein Mensch, keine Mehrheit von 
Männern, und keine Gesellschaft vermag eines Geschäftsmannes 
Geld so richtig anzuwenden, wie er selbst. Die Regel: „Tu nicht
	        
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