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Künstliche Düngemittel.
1. Freie Phosphorsäure (vergl. S. 148).
2. Wasserlösliche Phosphorsäre wie bei Superphosphat (S. 180).
3. (Sesamtphosphorsäure ebenso wie bei Superphosphat (S. 182). Differenz
zwischen Gesamt- und wasserlöslicher Phosphorsäure gibt die unlösliche Phos
phorsäure.
4. Schwefelsäure, Kalk und Magnesia. 5 g Substanz werden mit verdünnter
Salzsäure gekocht, in einen Literkolben filtriert, mit heißem, salzsäurehaltigem
Wasser bis zu 1 1 ausgewaschen bezw. aufgefüllt, in 100 ccm des Filtrats die
Schwefelsäure und in 50 ccm Kalk und Magnesia bestimmt.
Enthält die Lösung, wie bei dem Phosphatgips, gleichzeitig Eisenoxyd und
Tonerde, so werden diese nach dem Abstumpfen der Salzsäure wie bei Boden (S. 24)
erst mit essigsaurem Natrium abgeschieden, in der essigsauren Lösung der Kalk
durch oxalsaures Ammon und im Filtrat hiervon die Magnesia durch phosphor-
saures Natrium gefällt.
Bei Einstreugips kann man auch 1- 2 g der fein gepulverten Substanz
durch anhaltendes Kochen mit einer Lösung von kohlensaurem Kalium — kohlen
saures Natrium ist nicht so gut — zerlegen oder noch zweckmäßiger mit 4—6
Teilen kohlensaurem Natriumkalium im Platintiegel zusammenschmelzen und die
Schmelze, indem man Tiegel mit Inhalt in ein Becherglas oder in eine Porzellan
schale bringt, mit Wasser behandeln. Die Flüssigkeit wird einige Zeit bis zur voll
ständigen Auflösung der schwefelsauren und kohlensauren Alkalien gekocht, heiß
filtriert, der Rückstand mit ammoniak- und ammoniumkarbonathaltigem Wasser aus
gewaschen, das Filtrat auf ein bestimmtes Volumen (etwa 200 ccm) gebracht und im
Filtrat die Schwefelsäure bestimmt, indem man die Lösung unter Bedecken des Becher
glases mit Salzsäure ansäuert und mit Chlorbaryum versetzt. Den Filterrückstand
von der Schmelzelösung kann man, wenn er nur aus kohlensaurem Calcium besteht,
direkt anhaltend glühen und als Kalk wägen. Ist auch auf Tonerde, Eisenoxyd und
Magnesia Rücksicht zu nehmen, so löst man unter Bedecken des Trichters den
Niederschlag vom Filter mit salzsäurehaltigem Wasser, oxydiert, versetzt mit
Ammoniak, fällt im Filtrat, wie üblich, erst den Kalk und dann die Magnesia.
5. Saud und Unlösliches. Der Filterrückstand von der Auflösung von 5 g
in salzsäurehaltigem Wasser wird nach dem Trocknen geglüht und als Sand +
Unlösliches gewogen.
6. Feuchtigkeit. Vergl. S. 136.
XIII. Kalisalze, Kochsalz und Viehsalz.
1. Feuchtigkeit. Der Verband landwirtschaftlicher Versuchs-Stati
onen im Deutschen Reiche hat für die Wasserbestimmung in Kalisalzen
folgendes Verfahren vereinbart: 1 )
„10 g der Probe werden im bedeckten Platintiegel über kleiner
Flamme etwa 10 Minuten hei dunkeier Rotglut erhitzt. Bei chlor-
magnesiumhaltigen Salzen ist die Probe mit frisch ausgeglühtem Ätz
kalk zu überschichten.“
Beim Beginn des Erhitzens wird man zweckmäßig die Flamme sehr vor
sichtig unter dem Tiegel hin und her bewegen und erst nach dem Aufhören des
Knisterns ständig mit kleiner Flamme bis zur Gewichtsbeständigkeit glühen.
Falls organische Stoffe, z. B. wie bei dem mit Wermutkraut denaturierten
Viehsalz oder in Torf-Kainit vorhanden sein sollten, so bestimmt man den
*) Landw. Versuchs-Stationen 1892, 42, 172.