Full text : Grundzüge der Sozialpolitik

12.  Kapitel.  Die  Arbeiterversicherung-.

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gatorische  Unfallversicherung-  in  Betracht,  die  den  Witwen  und  Waisen
eines  durch  Betriebsunfall  getöteten  Versicherten  bestimmte  Ansprüche
sichert.  (Vergl.  §  3.)
Wird  der  Tod  des  Arbeiters  nicht  durch  einen  solchen  Betriebsunfall ­
  herbeigeführt,  so  kommen  im  allgemeinen  bei  Haftpflichtfällen
die  Haftpflichtansprüche,  bei  den  gegen  Krankheit  versicherten  Personen
die  Sterbegeldansprüche  und  bei  den  gegen  Invalidität  versicherten
Personen  die  Beitragserstattungen  —  unter  den  schon  erwähnten  Voraussetzungen ­
  —  für  die  Hinterbliebenen  in  Betracht.  Die  ersten  bedeuten ­
  keine  Versicherung,  und  die  beiden  letzten  stellen  nur  einmalige
Leistungen  von  beschränkter  Wirkung  dar.  Eine  Ausnahmestellung
nimmt  —  wie  früher  bezüglich  der  Kranken-,  Unfall-  und  Invalidenfürsorge ­
  —  auch  jetzt  noch  der  Bergbau  da  ein,  wo  das  Knappschaftskassenwesen ­
  genügend  organisiert  ist,  wie  in  Österreich  und  Deutschland.
Die  österreichischen  Knappschaftskassen  —  „Bruderladen“  —  gewähren
den  Witwen  mindestens  Vs,  jeder  vaterlosen  Waise  Ds•  jeder  vaterund
  mutterlosen  Waise  1 /s  der  dem  Vater  gebührenden  Rente.  Im
Jahre  1898  gab  es  in  Österreich  254  Bruderladen;  gezahlt  wurden  an
Witwen  711  407  Gulden,  an  Waisen  166  031  Gulden.  Im  Jahre  1901
zahlten  die  Bruderladen  (ohne  die  des  galizischen  Erdöl-  und  Erdwachsbaues) ­
  an  17  437  Witwen  1561986  Kronen  und  an  11677  Waisen
380197  Kronen.  Die  preußischen  Knappschaftskassen  —  und  ebenso
die  in  verschiedenen  anderen  deutschen  Bundesstaaten  —  gewähren  der
Witwe  meist  2 /s  des  Invalidengeldes  des  Mannes  und  den  Waisen  bis
zum  vollendeten  14.  Lebensjahr  Lj  der  Witwenrente.  Bei  Wiederverheiratung ­
  erhält  die  Witwe  statt  der  nun  wegfallenden  Rente  eine
Abfindung,  die  bei  den  einzelnen  Kassen  zwischen  dem  ein-  und  dreifachen ­
  Betrage  der  Jahresrente  schwankt.  Nach  den  regelmäßigen
Übersichten  über  das  deutsche  Knappschaftswesen  in  dem  Organ  der
Knappschaftsberufsgenossenschaft  „Der  Kompaß“  sind  die  Leistungen
der  deutschen  Knappschaftskassen  —  im  ganzen  im  Jahre  1898:  138
und  im  Jahre  1901:  139  —  auf  diesem  Gebiet  nicht  unbedeutend.  Die
deutschen  Knappschaftskassen  unterstützten:

1885

36  429

Witwen  mit

3,74

MUL  M.,

durchschnittlich  mit

102,59

M.

1890

43  340

11

11

4,46

11  11

n

ii

102,87

11

1895

50  838

11

„

5,31

11  11

ii

ii

104,53

11

1898

55  758

11

5,96

11  11

ii

ii

106,93

11

1900

59  293

11

11

6,66

11  11

ii

ii

112,32

11

1901

61  021

11

11

6,92

11  11

ii

113,37

„

1885

54  675

Waisen

11

2,24

11  11

ii

„

41,00

11

1890

60  014

11

11

2,07

11  11

„

ii

34,49

11

1895

64  273

11

11

2,16

11  11

ii

i?

33,56

11

1898

74  203

11

11

2,64

11  11

n

ii

35,56

11

1900

46  585

11

11

2,75

11  11

ii

ii

59,08

11

1901

48  018

11

11

2,87

11  11

ii

ii

59,80

11
            
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