fullscreen : Die Untersuchung landwirtschaftlich und gewerblich wichtiger Stoffe

Körner  und  Mehle  der  Getreidearten  und  Hülseuf'rilchte.

271

die  Bestimmung  von  Zucker  und  Dextrin  im  Wasserauszug  handelt,  die  Substanz
in  einem  Maßkolben  einfach  wiederholt  mit  Wasser  schütteln,  bis  zur  Marke  Unfällen, ­
  einen  Teil  der  Flüssigkeit  abmesSen,  mit  Bleiazetat  unter  Zusatz  einiger
Tropfen  von  Tannin-  und  Leimlösung  fällen  und  hierauf  filtrieren.
Es  erübrigt  hier  noch,  einige  besondere  Verfahren  zu  besprechen,  nämlich:
1.  Nachweis  von  Unkrantsamen.  Als  \  orprobe  zum  chemischen  Nachweis 1 )
Von  Unkrautsamen  im  Mehl  kann  man  sich  des  folgenden  Verfahrens  von  A.  E.  Vogl 2 )
bedienen;

2  g  Mehl  werden  in  einem  Eeagenzrohre  mit  etwa  10  ccm  5  °/ 0  Salzsäure
enthaltendem  70  °/ 0 -igen  Weingeist  kräftig  durchgeschüttelt,  nötigenfalls  auch  erwärmt,
a >sitzen  gelassen  und  im  reflektierten  Lichte  die  Färbung  beobachtet,  welche  das
‘  gesetzte  Mehl  und  die  überstehende  Flüssigkeitssäule,  besonders  an  ihrem  freien
>^aume,  zeigt.  Ganz  reine  und  feine  Weizenmehle  bleiben  hierbei  rein  weiß  und  die
ussigkeit  ist  vollkommen  farblos,  wasserhell,  klar,  am  Saume  reinweiß;  bei  minder
reinen  Weizenmehlsorten,  bei  den  gewöhnlichen  Eoggen-,  Hafer-  und  Gerstenmehlen
erscheint  der  Saum  gelblich,  strohgelb,  schwach  gelbrötlich,  bei  den  gröbsten  Mehlen
gelb  oder  rötlichgelb.
Eine  auffällige  Färbung  (orange,  rot,  violett,  blau,  grün)  der  Flüssigkeit  und
■  anders  ihres  Saumes  deutet  auf  die  Anwesenheit  gewisser  Verunreinigungen  von
'  ‘  men  oder  Früchten,  die  im  Ausreuter  Vorkommen,  hin.  Die  Anwesenheit  von
en  u nd  Taumellolch  verrät  sich  im  feinen  Weizen-  und  Eoggenmehle  durch
^rangegejt»^  jene  von  Wicken  durch  rosenrote,  violette  oder  purpurne,  die  von
achtelweizen  und  Klappertopf  durch  blaugrüne  oder  grüne,  jene  von  Mutterkorn
rc  i  fleichrote  bis  blutrote  Farbe.
Zum  Nachweis  der  Kornrade  bezw.  des  darin  enthaltenen  eigenartigen
1 1  onins  hat  A.  Petermann 3 )  folgendes  Verfahren  vorgeschlagen:
beiß  ®  ^hl  werden  mit  1  1  Weingeist  von  85  °/ 0  im  Wasserbade  behandelt  und
Nied  1  triert ;  das  Filtrat  wird  mit  absolutem  Alkohol  gefällt,  der  sich  ausscheidende
dies  6rsc ^ a S  bei  100°  getrocknet  und  mit  kaltem  Wasser  aufgenommen.  Fällt  man
d e s  Q pi  *^ uszu g  wiederum  mit  absolutem  Alkohol,  so  erhält  man  durch  Trocknen
breti  '  1  lerten  Niederschlages  ein  gelblich-weisses  Pulver,  welches  einen  bitteren,
g e  , n ® n< * en  Geschmack  besitzt  und  leicht  in  Wasser  löslich  ist;  die  Lösung  bildet,
®ich  f  i  ^  e * nen  l an S  anhaltenden  Schaum.  Zur  näheren  Feststellung  bedient  man
keine  p- en ^ er  Reaktion:  Man  versetzt  Lösung  oder  Pulver  mit  Jodlösung;  entsteht
und  p  ^  j lr *. mn g,  80  ist  keine  Stärke  vorhanden;  die  wässerige  Lösung  reduziert  Silberw
 esenl  !^ n ^ sc k e  Lösung,  letztere  aber  erst  nach  Behandeln  mit  etwas  Salzsäure  (Ab-Bi
 e i e  , eit  Von  Zucker,  Anwesenheit  eines  Glykosids);  die  wässerige  Lösung  wird  durch
a b® r  nicht  durch  Tannin  oder  durch  Kochen  gefällt  (Abwesenheit  von  Eiweiß),
das  M>l  i  ^ ei ^ cus  un( i  H.  Kober 4 )  entfetten  behufs  Nachweises  von  Kornrade

erst  im  Soxhletschen  Apparat  mit  Petroläther,  ziehen  darauf  20  g  und

mehr  des  entfetteten  Mehles  heiß  mit  80  g  Chloroform  und  20  g  absolutem  Alkoho^
* US ’  filtrieren  möglichst  warm  unter  Zuhilfenahme  der  Wasseriuftpumpe  und  dampfen
aS  Filtrat  auf  dem  Wasserbade  ein.  Keines  Weizenmehl  hinterläßt  bei  dieser  Be
handlung  geringe  Mengen  einer  schwach  gelben  Substanz  während  von  kornrade^
haitigem  Mehle  mehr  Rückstand  verbleibt.  Der  EUckstand  wird  mit  wenig  heißem

brin

l )  Ein

gen  (vergl.

sicherer  Nachweis  der  Unkrautsamen  läßt  sich  nur  mikroskopisch  er-2\

  a  S'  weifcer  unten).
J  E.  Vogl,  Die  wipl

3  —  •  -gi,  Die  wichtigsten  vegetabilischen  Nahrungs-  und  Genußmittel,  18,1.,
Bulletin  de  l’Academie  de  Belgique  1879,  aoüt.
)  Zeitschr.  f.  Untersuchung  d.  Nahrungs-  u.  Genu.

Genußmittel  1902,  5,  1077.
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.