102
damals 539 m) stattfinden. Auf diese sollten die' Wasser durch
verschiedene Hauptlösungslinien und Querschläge gesammelt und
dann zutage gehoben werden. Statt der 1885 benötigten 265
Wasserhaltungsmaschinen würden dann nur 13 grosse nötig sein 1 ),
damit aber würde eine grosse Verminderung der sog. unproduk
tiven Selbstkosten, die in erster Linie von der Wasserhaltung ver
ursacht werden, eintreten. War doch, um ev. Reservekräfte zu
haben, die Leistungsfähigkeit der vorhandenen Maschinen 3—4 mal
grösser, als für die eigentlich zu hebenden Wasserzuflüsse nötig
war. Dazu kommt, dass mit der Zunahme der Fördermenge der
einzelnen Zechen, noch dazu aus tieferen Sohlen, die Wältigung
der Grubenwasser immer schwieriger und kostspieliger wird, noch
verschärft durch die Dezentralisation, die eintritt, wenn neue Ma
schinen eingestellt werden.
Im Jahre 1900 gab es im Ruhrkohlenbezirke 424 betriebene
Wasserhaltungen 2 ). Es entfielen im Jahre 1885 in Westfalen auf
1 cbm minütlichen Wasserzufluss 130000 t Jahresproduktion, 1899
170 000 t. Im Saarbezirke kamen 1885 auf 1 cbm min. Wasser
zufluss schon 260000 t und in England brauchen manche Gruben
fast gar keine künstlichen Vorrichtungen zur Wasserhaltung 8 ).
Man sieht, wie gerade durch eine wirtschaftlichere Organisation
dieses wichtigen Betriebszweiges unter sonst gleichen Verhältnissen
die Produktionskosten sehr verringert werden würden, gleiche
Produktionskosten also eine Suspension des Gesetzes des ab
nehmenden Ertrages bereits bedeuten, wenn dabei schwierigere
Flötze gewonnen werden. Bis jetzt hat man sich noch immer
mit Verbesserungen geholfen, die im Prinzip nur Fortschritte von
etwas bereits Vorhandenem sind. Statt der langsam laufenden und
für den Schacht nicht ungefährlichen Gestängemaschinen hat man
die unterirdisch betriebenen schnell laufenden Rotations-Dampf
maschinen zum Betrieb der Druckpumpe eingeführt, die geringere
Anschaffungs- und geringere Betriebskosten bedeuten. Ausserdem
gewähren sie eine grössere Betriebssicherheit. Es gibt Wasser
haltungsanlagen mit Dampfbetrieb: Maschinen über und unter
Tage; es gibt hydraulische Wasserhaltungen und es gibt elektrisch
betriebene Wasserhaltungen 4 ). Namentlich diese letzten bedeuten
einen grossen Fortschritt, so dass sie z. B. im Ruhrbezirke seit
Anfang der 1890er Jahre den Siegeszug angetreten haben. Bis
1) Entw. Bd. IV. 117. 2) Entw. IV. 145.
3) Entw. IV. 113. 4) Entw, IV. 243.