Full text : Der Steinkohlenbergbau in Preussen und das Gesetz des abnehmenden Ertrages

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die  Integrität  auch  der  technischen  Betriebe  zu  vernichten.  Wohl
ist  im  Anfänge  des  19.  Jahrhunderts  der  Kleinbetrieb  infolge
Schwierigkeit  der  Wasserlösung  und  des  Betriebes  überhaupt  geschwunden, ­
  wohl  sind  im  Laufe  der  ersten  Jahrzehnte  desselben
Jahrhunderts  zahlreiche  Vereinigungen  der  einzelnen  kleinen  Gruben
ebenfalls  zu  gemeinschaftlicher  Lösung  und  zu  gemeinschaftlichem
Betriebe  entstanden  1 ),  aber  die  damals  gemachte  Erfahrung,  dass
solche  Gemeinsamkeit  zur  Konsolidation  benachbarter  Felder  auch
ein  einheitliches  wirtschaftliches  Ganze  hervorgebracht  hat,  wird
man  heute  nicht  mehr  wegen  des  durchaus  noch  sehr  grossen
Einflusses  der  Wasserhaltung  auf  den  Betrieb  machen.
Was  heute  prädominierend  auf  die  Konzentration  einwirkt,  ist  in
allererster  Linie  in  der  Förderung  begründet;  machte  doch
der  Anteil  der  bei  der  Förderung  investierten  Pferdestärken  im
Reg.-Bez.  Arnsberg  31,0%,  im  Reg.-Bez.  Düsseldorf  35,9  %  und
im  Reg.-Bez.  Münster  gar  44,0  %  der  jeweiligen  Gesamtpferdestärken ­
  aus,  während  die  Sätze  bei  der  Wasserhaltung  26,0;  22,3
und  16,0%  waren.
Doch  das  wichtigste,  was  ein  einheitlicher  Unternehmerwille
nur  lösen  könnte,  wäre  ein  vollständig  plan  massiger  Abbau. ­
  Auch  hierhin  drängt  die  historische  Entwicklung.
Heute  werden  schon  nicht  mehr  einfach  die  durch  die  Vorrichtung ­
  geschaffenen  Wege  zur  Förderung  zum  Schachte  benutzt; ­
  denn  diese  Planlosigkeit  hat  auf  schnellen  Gewinn  erpichte
Gesellschaften  oft  zum  völligen  Aufgeben  des  Betriebes  gezwungen ­
  2 ),  darum  wird  heute  allgemein  eine  gute  Ausrichtung  als
selbstverständlich  gefordert.  Die  Natur  des  Bergbaues  hat  sich
einmal  zu  gunsten  der  Volkswirtschaft  selbst  korrigiert.  Eine
Ausrichtung,  die  nicht  einfach  der  Kohle  nachgeht,  sondern  möglichst ­
  alles  gewinnen  will,  bedeutet  damit  einen  völligeren  Abbau
der  Kohlenschätze.  »Flötzstärken  namentlich  an  den  Feldesgrenzen, ­
  auf  deren  Abbau  man  früher  verzichtete,  da  die  Kohlen
wegen  der  schlechten  Verbindung  dieser  Strecken  mit  dem  Schachte
zu  teuer  geworden  wären,  werden  heute  ohne  Anstand  gewonnen«;
sodann  wird  nicht  jedes  Flötz  einzeln  ausgerichtet,  sondern  das
Feld  bis  zu  ewiger  Teufe,  und  so  werden  auch  kleine  Flötze  bei
der  Ausrichtung  gewonnen  3 ).
Weiter  findet  heute  der  Abbau  von  der  Feldesgrenze  zum
1)  Entw.  IV.  117.
3)  Entw.  Bd.  II.  13.  32.

2)  Entw.  Bd.  II.  13.
            
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