Full text : Der Steinkohlenbergbau in Preussen und das Gesetz des abnehmenden Ertrages

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der  Tiefe  wachsenden  Seilkostensatze  zu  begegnen ­
  suchte:  durch  Vergrösserung  der  Nutzlast.
Die  Betrachtung  der  Entwicklung  des  Förderkorbes  im  Ruhrgebiete ­
  wird  dies  anschaulich  machen.
Bei  geringer  Teufe  finden  wir  bei  noch  gleichzeitig  kleiner
Fördermenge  den  2-Wagen-Förderkorb.  Mit  dem  4-Wagen-Korb
fördern  im  Ruhrgebiete  etwa  50%  der  in  Förderung  stehenden
Hauptschächte.  Daneben  kommen  6-  und  selten  3-Wagen-Körbe
vor.  Die  Anordnung  der  Wagen  auf  den  Körben  ist  verschieden
und  für  das  Be-  und  Entladen  von  Wichtigkeit.  Bei  den  8  Wagen ­
  fassenden  Körben  finden  wir  z.  B.  8  getrennte  Etagen  oder
4  Etagen  mit  je  2  Wagen  neben-  oder  hintereinander.  Die  Vergrösserung ­
  der  Leistungsfähigkeit  der  Förderkörbe,  je  weiter  wir
im  Ruhrgebiete  nach  Norden  kommen,  entspricht  den  grösser
werdenden  Abteufkosten,  die  man  aufwenden  muss,  um  zu  den
tiefer  liegenden  Flötzen  zu  gelangen.
Schacht  IV  der  Zeche  Shamrock  fördert  täglich  in  2  Schichten ­
  ca.  3400  t  aus  273  m  Teufe.  Es  ist  nun  leicht  erklärlich,  dass
man  die  tote  Last,  d.  h.  das  Eigengewicht  des  Förderkorbes  möglichst ­
  zu  vermindern  sucht.  Zuerst  waren  die  Körbe  aus  Eisen;
die  Zechenschmiede  stellte  sie  oft  selbst  her.  Dann  kam  der
Stahl  als  Material,  der  noch  in  anderer  Weise  den  Vorteil  des
»Grossen«  zeigt:  Bei  einem  Korbe  mit  einem  Wagen  Nutzlast
ist  die  tote  Last  oft  noch  100  kg  schwerer  als  die  zu  hebende
Nutzlast.  Die  Zeche  Prosper  aber  hat  einen  Förderkorb  mit  8
Etagen  der  4300  kg  wiegt  und  bei  dem  das  Verhältnis  der  Nutzlast ­
  zum  Korbgewicht  wie  1  :  1  (ohne  Seil)  ist 1 ).
Die  Förderkörbe,  in  denen  sich  die  Fördergefässe  (»Hunde«)
befinden,  werden  im  Schachte  an  sog.  Schachtleitungen  (Eichenholz, ­
  Profileisen,  das  in  der  Schachtwand  befestigt  ist)  auf-  und
niederbewegt.  Eine  solche  Leitung  ist  besonders  nötig,  seitdem
die  Fördergeschwindigkeit  bedeutend  gewachsen  ist.  Während
man  früher  mit  durchschnittlich  2—6  m  pro  Sekunde  die  Kohle
förderte,  geschieht  dies  heute  mit  10—11  m  1  2 )  3 );  ja  bei  der  Zeche
Preussen  II,  Schacht  I  der  Harpener  Bergbau-Akt.-Ges.  in  Dortmund ­
  beträgt  die  Geschwindigkeit  bei  der  Lastfahrt  16  m 4 ).
1)  Entw.  Bd.  V.  299.  2)  Entw.  Bd.  V.  418.
3)  Die  Fahrgeschwindigkeit  bei  der  Mannschaftsfahrt  ist  geringer.  Sie  beträgt
4—5  m  pro  Sekunde.
4)  Dies  Resultat  ist  mit  einer  elektrischen  Förderanlage  erreicht.  Es  dürfte
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