23
motiven zu je 20 P.S. in Betrieb genommen; einsehl. 15 % irinortisation
erzielte man dabei gegen die Pferdeförderung eine Ersparnis
von 32—33 %. Aber auch für die oberirdische Lokomotivförderung
treffen viele von den Mängeln zu, die wir bei der
unterirdischen erwähnten, wenn auch über der Erde die Forderung
der Reinhaltung der Luft nicht die Rolle spielt wie unter
der Erde.
Im Ruhrbezirke *) befindet sich die Lokomotivförderung noch
im Stadium der Versuche. Dagegen finden wir hier in wachsender
Anzahl bei der Tagesförderung Anlagen mit stabilen Maschinen
: Ketten- und Seilbahnen und Drahtseilbahnen. Die
Kettenförderung arbeitet über der Erde im Gegensatz zu der
unterirdischen oft vorteilhaft. 1900 z. B. waren 30 Kettenförderungen
vorhanden, das Maximum einer Bahnlänge betrug etwa
400 m. Seile werden benutzt, wenn krumme oder lange Strecken
zu durchfahren sind. Drahtseilbahnen sind wenig vorhanden. Sie
empfehlen sich wohl da, wo ungünstige Terrainverhältnisse, Flüsse
u. a. zu überwinden sind. »In jüngster Zeit haben die durch die
Syndikate veranlassten Bestrebungen zur Vereinigung von Hüttenwerken
und Gruben gleichfalls zur Ausführung grösserer Drahtseilbahnen
geführt« 1 2 ).
Wie wir bei der unterirdischen Streckenförderung sahen, geht
bei ihr mit zunehmender Leistung ein sinkender Kostensatz einher.
Diese Erscheinung sucht man sich auch bei den oberirdischen,
eben erwähnten Förderungen mit stabilen Maschinen zu
nutze zu machen. Man konnte es aber, weil eine Zentralaufbereitungsanlage
ganz besonders zur Errichtung einer Förderung mit
feststehenden Maschinen reizte. Die heute aus dem Schachte
kommende Förderung wird nämlich nicht mehr, wie etwa um die
1870er Jahre, gleich an die Eisenbahn geschafft und verladen,
sondern kommt in die sog. Aufbereitung. Es ist dies eine oft
sehr grosse Anlage, in der die Kohle auf Lesebändern von den
»Bergen« gereinigt und sodann automatisch nach Korngrössen
gesondert, ev. noch gewaschen wird. In die Aufbereitungsanlage
führen die Eisenbahngeleise, oft für jede Korngrösse eins. Dadurch
werden dem Betriebe viel F'örderwagen und viele Bedienungsmannschaften
erspart, aber gleichzeitig hat sich wegen der
Eisenbahnwagen ein grosses Rangierbedürfnis herausgestellt, ge1)
Entw. Bd. V. 475 f.
2) Entw. Bd. V. 501.