Full text : Der Steinkohlenbergbau in Preussen und das Gesetz des abnehmenden Ertrages

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motiven  zu  je  20  P.S.  in  Betrieb  genommen;  einsehl.  15  %  irinortisation
  erzielte  man  dabei  gegen  die  Pferdeförderung  eine  Ersparnis ­
  von  32—33  %.  Aber  auch  für  die  oberirdische  Lokomotivförderung ­
  treffen  viele  von  den  Mängeln  zu,  die  wir  bei  der
unterirdischen  erwähnten,  wenn  auch  über  der  Erde  die  Forderung ­
  der  Reinhaltung  der  Luft  nicht  die  Rolle  spielt  wie  unter
der  Erde.
Im  Ruhrbezirke  *)  befindet  sich  die  Lokomotivförderung  noch
im  Stadium  der  Versuche.  Dagegen  finden  wir  hier  in  wachsender ­
  Anzahl  bei  der  Tagesförderung  Anlagen  mit  stabilen  Maschinen ­
  :  Ketten-  und  Seilbahnen  und  Drahtseilbahnen.  Die
Kettenförderung  arbeitet  über  der  Erde  im  Gegensatz  zu  der
unterirdischen  oft  vorteilhaft.  1900  z.  B.  waren  30  Kettenförderungen ­
  vorhanden,  das  Maximum  einer  Bahnlänge  betrug  etwa
400  m.  Seile  werden  benutzt,  wenn  krumme  oder  lange  Strecken
zu  durchfahren  sind.  Drahtseilbahnen  sind  wenig  vorhanden.  Sie
empfehlen  sich  wohl  da,  wo  ungünstige  Terrainverhältnisse,  Flüsse
u.  a.  zu  überwinden  sind.  »In  jüngster  Zeit  haben  die  durch  die
Syndikate  veranlassten  Bestrebungen  zur  Vereinigung  von  Hüttenwerken ­
  und  Gruben  gleichfalls  zur  Ausführung  grösserer  Drahtseilbahnen ­
  geführt«  1  2 ).
Wie  wir  bei  der  unterirdischen  Streckenförderung  sahen,  geht
bei  ihr  mit  zunehmender  Leistung  ein  sinkender  Kostensatz  einher. ­
  Diese  Erscheinung  sucht  man  sich  auch  bei  den  oberirdischen, ­
  eben  erwähnten  Förderungen  mit  stabilen  Maschinen  zu
nutze  zu  machen.  Man  konnte  es  aber,  weil  eine  Zentralaufbereitungsanlage ­
  ganz  besonders  zur  Errichtung  einer  Förderung  mit
feststehenden  Maschinen  reizte.  Die  heute  aus  dem  Schachte
kommende  Förderung  wird  nämlich  nicht  mehr,  wie  etwa  um  die
1870er  Jahre,  gleich  an  die  Eisenbahn  geschafft  und  verladen,
sondern  kommt  in  die  sog.  Aufbereitung.  Es  ist  dies  eine  oft
sehr  grosse  Anlage,  in  der  die  Kohle  auf  Lesebändern  von  den
»Bergen«  gereinigt  und  sodann  automatisch  nach  Korngrössen
gesondert,  ev.  noch  gewaschen  wird.  In  die  Aufbereitungsanlage
führen  die  Eisenbahngeleise,  oft  für  jede  Korngrösse  eins.  Dadurch ­
  werden  dem  Betriebe  viel  F'örderwagen  und  viele  Bedienungsmannschaften ­
  erspart,  aber  gleichzeitig  hat  sich  wegen  der
Eisenbahnwagen  ein  grosses  Rangierbedürfnis  herausgestellt,  ge1) ­

  Entw.  Bd.  V.  475  f.
2)  Entw.  Bd.  V.  501.
            
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