Full text : Der Steinkohlenbergbau in Preussen und das Gesetz des abnehmenden Ertrages

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der  Tiefe.  Die  Seil  kosten  wachsen  (wie  wir  bereits  oben
feststellten)  mit  der  Tiefe,  nehmen  aber  mit  der  Masse  ab.  Der
Anteil  der  Löhne  an  den  Gesamtkosten  richtet  sich  nach  der
Höhe  des  Lohnsatzes  und  der  Grösse  der  erforderlichen  Arbeiterzahl. ­
  Die  Masse  der  geförderten  Kohle  ermöglicht  eine  intensivere ­
  Nutzung  der  menschlichen  Arbeitskraft,  womit  (vgl.  Tabelle)
die  Tendenz  eines  sinkenden  Einheitslohnsatzes  bei  wachsender
Menge  angedeutet  ist.
Die  Gesamtförder  kosten  endlich,  die  sich  aus  den
eben  besprochenen  einzelnen  Posten  zusammensetzen,  zeigen  —
was  besonders  die  Zahlen  für  den  4-Wagenkorb  veranschaulichen
—  die  Tendenz  unter  sonst  gleichen  Verhältnissen  mit  der  Tiefe
zuzunehmen,  dagegen  mit  der  Masse  abzunehmen.  Dies  letztere
tritt  in  unseren  Zahlen  nicht  sehr  deutlich  hervor,  da  es  bei  den
verschiedenen  Betrieben  äusserst  schwer  ist,  gleiche  Intensität  der
Förderung  zu  erzielen.  Wie  aber  eine  aus  irgend  welchen  Gründen ­
  gestörte  Förderung  sofort  teuer  arbeitet,  zeigt  in  unseren
Ziffern  Grube  Kamphausen  mit  dem  6-Wagenkorbe  (pro  t  34,6
Pf.,  d.  h.  der  höchste  Satz  von  allen  10  Förderungen).  Hier  rief
eine  geringe  Förderung  dies  ungünstige  Resultat  hervor.  Umgekehrt ­
  dagegen  führt  die  Intensität  der  Förderung  bei  Grube  Dechen
dazu,  dass  diese  (mit  4-Wagenkorb)  aus  grösserer  Tiefe  billiger
fördert  als  Grube  König  (mit  2-Wagenkorb)  aus  geringerer.
Formulieren  wir  nach  diesen  Untersuchungen  das  Ergebnis:
Bei  der  Schachtförderung  zeigt  sich  das  Gesetz
des  zunehmenden  Ertrages  bei  zunehmender
Kapitalkonzentration  in  der  Weise,  dass  die
Förder  kosten  zum  mindesten  in  einem  geringeren ­
  Verhältnisse  wachsen  als  die  Fördertiefe 1 ).
III.  Die  Tagesförderung.
Bei  der  Betrachtung  der  unterirdischen  Schlepper-  und  Pferdeförderung ­
  zeigte  sich,  dass  von  gewisser  Kohlenmenge  und  Förderlänge ­
  an  die  Verwendung  organisch  erzeugter  Kraft  unrentabel
wurde.  Dies  gilt  auch  für  die  entsprechende  Tagesförderung.
Daher  hat  z.  B.  in  Oberschlesien 1  2 )  die  Cons.  Florentinengrube
an  Stelle  der  bisherigen  Pferdeförderung  3  schmalspurige  Loko1) ­
  Mehr  lässt  sich  aus  dem  vorhandenen  Material  trotz  Dechen-Iiönig  nicht
schliessen.  Vgl.  auch  Nasse,  1.  c.  215.
2)  Versuche  und  Verbesserungen  beim  Bergwerksbetriebe.  Preuss.  Ztschr.  1883.
            
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