Full text : Der Steinkohlenbergbau in Preussen und das Gesetz des abnehmenden Ertrages

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so  finden  wir  bei  einem  Vergleiche  der  gesperrt  gedruckten  Zahlen ­
  die  Tendenz,  dass  einem  fallenden  Anteil  der  Löhne  an  den
Selbstkosten  ein  Steigen  des  pro  Tonne  aufgewendeten  Anlagekapitals ­
  entspricht.  Und  wenn  wir  hören,  dass  der  Prozentsatz
der  Löhne  an  den  Ausgaben  beim  Stollenbetriebe  80  war,  in  den
6oer  Jahren,  als  der  Tiefbau  vorherrschte,  etwa  66 1  2 / 3  und  1890
60 1 ),  so  können  wir  daraus  schliessen,  dass  das  stehende  Kapital ­
  relativ,  d.  h.  im  Verhältnis  zu  dem  auf  Löhne  und  Materialien ­
  verwendeten  umlaufenden  Kapital  stetig  gestiegen  ist:  wie
die  stattgefundene  Verdrängung  von  Menschenarbeit  durch  Maschinerie ­
  war,  haben  wir  ja  gesehen.  Dabei  gab  die  Anwendung
mechanischer  Kräfte  die  Möglichkeit,  pro  Kopf  der  Belegschaft
den  Lohn  allmählich  zu  erhöhen,  wobei  trotz  Maschine  a  b  s  o-1
  u  t  bis  jetzt  die  Zahl  der  Arbeiter  beim  Steinkohlenbergbau  sich
ebenfalls  allgemein  erhöhte.
Die  Einführung  der  Schrämmaschine 2 ),  also  eine  Vergrösserung
  des  stehenden  Betriebskapitals,  wird  aber  das  Verhältnis  des
stehenden  Kapitals  zum  umlaufenden  noch  stärker  zu  Ungunsten
des  letzten  verschieben.
Was  die  Frage  anlangt,  wie  viel  Aktienkapital  auf  1  t  Förderung ­
  entfällt,  so  haben  wir  aus  den  Jahren  1873—1890  darüber
Berechnungen 3 ).  Sie  gelten  für  Werke  in  Rheinland-Westfalen,
deren  Förderung  74,36  bezw.  83,57%  der  Gesamtförderung  ausmachte. ­
  Es  betrug  das  Aktienkapital  bezw.  die  Zubusse
1873  260,3  Mill.  M.  =  21,32  pro  t  Förderung
1890  444,3  »  »  =  14,99  »  »  »
Es  ist  also  absolut  gestiegen,  relativ  gefallen.
Die  Hypotheken  betrugen
1873  30,1  Mill.  M.  =  2,47  pro  t  Förderung
1890  92,1  »  »  =  3,11  »  »  *
Sie  sind  also  absolut  und  relativ  gestiegen.  Es  wird  dies  als
Folge  der  ertragslosen  Jahre  angesehen.  (Der  Betrag  war  noch
höher,  er  ist  jedoch  in  den  Jahren  1873—1890  um  26,8  Mill.  M.
=  0,07  M.  pro  t  herabgesetzt  und  zwar  1877,  1886,  1887,  1889,
1890,  also  den  günstigeren.)

1)  Kleine,  Gl.A.  1893.  I 339-2)
  D.  h.  die  teilweise  Ersetzung  des  Abbaues  der  Kohle  durch  Hand  durch  eine
Maschine.
3)  Effertz,  Was  sind  »normale«  Kohlenpreise?  Essen  1891.
            
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