Full text: Die Eingliederung der vertriebenen Elsass-Lothringer in das deutsche Wirtschaftsleben im Augenblick seines Tiefstandes

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I. HAUPTTEIL. 
lagen immer wieder mit in erster Linie aufrecht erhalten. 
Der langersehnte Tag war da, Frankreichs „siegreiche“ 
Truppen zogen in Straßburg ein. 
Deutschland mußte die bittere Erfahrung machen, daß 
weite Schichten des elsaß-lothringischen Volkes den Fran 
zosen zujubelten, und ihnen einen begeisterten Empfang 
bereiteten. Die Städte, Straßburg voran, prangten im 
Flaggenschmuck. Und als die Franzosen wenige Tage 
später den Kampf gegen die Deutschen im Lande auf- 
nahmen, als sie zur Befriedigung ihres Rachegefühls und 
zur Bekämpfung des deutschen Einflusses entgegen dem 
Versprechen des Waffenstillstandsvertrages einflußreiche 
deutsche Persönlichkeiten mit ihren Familien von einem 
Tage zum andern aus ihrer Heimat jagten, da fanden sie 
auch bei dieser Tätigkeit Helfershelfer unter der ein 
heimischen Bevölkerung. 
2. DIE BEWEGGRÜNDE ZU DER AUSWEISUNG. 
• a) POLITISCH-PSYCHOLOGISCHE. 
Daß die Franzosen so Vorgehen würden, hätte man 
voraussehen können. Ihr Haß gegen die Deutschen war 
ungeheuer. Die Deutschen waren für sie nur Menschen 
einer untergeordneten Klasse, denen gegenüber Verträge 
nicht gehalten zu werden brauchen. So hatten alle unsere 
Proteste von seiten der Waffenstillstandskommission gegen 
diesen Vertragsbruch keinen Erfolg. Wir hatten das Recht 
auf unserer Seite, die Franzosen jedoch allein die Macht. 
Doch auch ruhige Überlegung führte die französischen 
Machthaber zu solchen Schritten. 
Sie waren sich wohl bewußt, wie es in Wahrheit mit 
der Befreiung der unter fremdem Joche schmachtenden fran 
zösischen Provinzen stand! Niemals hätten sie es sonst 
versäumt, durch eine freie Volksabstimmung des elsaß 
lothringischen Volkes aller Welt zu beweisen, daß Frank 
reich U/ 4 Jahre nur für Recht und Freiheit im Kampfe 
gestanden hatte. Diese Abstimmung fürchteten sie. Noch 
war es nicht geklärt, wie sich die anderen Alliierten zu der
	        
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