Full text : Volkswirtschaftliches Lesebuch für Kaufleute

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Fünfter  Teil.  Verkehrswesen.  IV.  Binnen-  und  Seeschiffahrt.

gemeinsam  mit  der  Lamburg-Amerika-Linie  wird  der  Genua-New-Bork-Dienst  geführt.
Hierzu  tritt  ein  dichtes  Netz  von  kleinen  Anschlußlinien  in  der  hinterindischen  Inselwelt, ­
  die  bis  Sidney  hinübergreifen,  und  von  ostasiatischen  Küstenfahrten,  die  von
Rangoon  bis  Shangai  sich  erstrecken  und  in  den  Jangtse  bis  zu  den  Stromschnellen
von  Itschang,  also  weit  über  Hankau  hinausreichen.  Außerhalb  des  Vcrkehrsbereichs
des  Lloyd  liegen  mithin  nur  Afrika  und  die  Westküste  Amerikas;  abgesehen  von  den
asiatischen  Zweiglinien  ist  der  Genua-New-Bork-Dienst  die  einzige  Verbindung,  die
nicht  Bremen  selbst  berührt.
Ganz  so  vielseitig  wie  die  Hamburger  Paketfahrt  hat  mithin  der  Lloyd  sein  Netz
nicht  ausgestaltet,  dafür  betreibt  er  aber  seine  Linien  um  so  intensiver.  Denn  während
die  befreundete  Rivalin  nur  Nord-  und  Mittel-Amerika  selbständig  bedient,  in  den
übrigen  Richtungen  jedoch  sich  an  andere  Unternehmungen  angeschlossen  hat,  bilden
auch  die  beiden  Südamerika-  und  die  Australien-Linie  des  Lloyd  eigene  Veranstaltungen
dieser  Gesellschaft,  und  auch  in  der  ostasiatischen  Postlinie  ist  der  Lloyd  führender
Partner.  Man  wird  annehmen  dürfen,  —  genaue  Angaben  sind  nicht  erhältlich  —
daß  die  bremische  Reederei  noch  mehr  als  die  Hamburgische  Paketfahrt  das  Schwergewicht ­
  ihres  Betriebes  von  dem  nordamerikanischen  Verkehr  ab  in  die  anderen
Richtungen  gezogen  hat.
Die  Entwicklung  des  Lloyd  kommt  in  folgenden  Zahlenreihen  zum  Ausdruck.
Gegründet  mit  einem  Aktienkapital  von  6  141600  Mark,  hatte  die  Gesellschaft
Ende  1860:  5968700  Mark  Aktien  und  1215160  Mark  Obligaüonen

1870:  13280000  „

„

„  3243300  „

1880:  19928571

„

„  8183368  „

1890;  40000000  „

„  23265100  „

1896;  40000000  „

„  33683100  „

1897:  40000000  „

„  33011600  „

1898;  60000000  „

„

„  32051500  „

1899:  80000000  „

„

„  31118000  „

1900:  80000000  „

„

„  30173000  „

„

1901;  80000000  „

„

„  49248600  „

ausgegeben,  jetzt  sind  es  wie  bei  der  Hamburg-Amerika-Linie  100  Millionen  Mark
Aktien  geworden;  dazu  treten  noch  rund  20  Millionen  Mark  Reserven.  Der  Raumgehalt ­
  der  im  Betrieb  stehenden  Ozeandampfer  ist  von  142  859  Reg.-Tons  im
Jahre  1887  auf

185558  Reg.-Tons  im  Jahr  1890
217222  „  „  „  „  1895
212260  „  1896
249226  „  1897

278619  Reg.-Tons  im  Jahr  1898
353073  „  „  „  „  1899
424475  „  1900
462922  „  1901

gestiegen;  dazu  kamen  im  letzten  Jahre  noch  40048  Reg.-Tons  für  andere  Fahrzeuge
und  84600  Reg.-Tons  im  Bau  befindlicher  Schiffe.  Elf  Schiffe  hatten  einen  Raumgehalt ­
  von  mehr  als  10000  Reg.-Tons  bis  zu  14908  Reg.-Tons;  die  Zahl  der
Schnelldampfer  von  mehr  als  20  Knoten  Stundengeschwindigkeit  betrug  4,  darunter
zwei  von  mehr  als  23  Knoten  durchschnittlicher  Leistung.
Die  staatliche  Subvention  beschränkt  fich  auf  die  feste  Postvergütung  von  rund
4,8  Millionen  Mark,  die  für  die  Ostasien-  und  Austtalien-Fahrten  gezahlt  wird;  für
die  Bereitstellung  ihrer  großen  Dampfer  als  Hilfskreuzer  bezieht  die  Gesellschaft  vom
Staat  ebensowenig  ein  Entgelt  wie  eine  der  anderen  deutschen  Schiffahrtsunternehmungen.
            
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