Full text: Baugenossenschaften und der Berliner Spar- und Bauverein

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anderweitig gebunden hatten, und es wäre damit die für die 
speziellen Zwecke des Vereins so überaus nötige Erfahrung 
verloren gegangen- Es. herrscht im allgemeinen so wenig 
Verständnis für den Bau mustergültiger kleiner Wohnungen 
in bautechnischen Kreisen, daß man nicht ohne weiteres auf 
Kräfte, die sich bewährt haben verzichten kann. 
Da dem Verein inzwischen auch reichlichere Mittel zu 
niedrigem Zinssatz zur Verfügung gestellt waren, so lagen 
finanzwirtschaftliche Bedenken für die Fortsetzung der Bau 
tätigkeit nicht vor. 
Vor allem aber war der eine Grund als ausschlaggebend 
zu betrachten, daß man es in Berlin in den nächsten Jahren 
mit einer immer steigenden Not an kleinen Wohnungen zu 
tun haben werde. Der Aufschwung der Industrie hatte immer 
größere Scharen von Arbeitern nach Berlin gelockt, während 
für ihre Wohnungsbedürfnisse immer weniger gesorgt wurde. 
Durch die Verteuerung der Baumaterialien, durch die größere 
Zurückhaltung der Hypothekenbanken und anderweitige Be 
schäftigung der Bauhandwerker hatten die Privatunternehmer 
es immer unrentabler gefunden, sich mit dem Bau kleiner 
Wohnungen zu befassen. Während die Arbeiter sich ver 
mehrten, wurden in Berlin viel weniger kleinere Wohnungen 
als in früheren Jahren gebaut. Dabei mußten die Mieten 
dieser Art Wohnungen natürlich immer mehr steigen, sodaß 
die Wohnungsnot immer schärfer zu werden drohte. 
Die Entscheidung wurde schließlich dahin getroffen, daß 
man eine größere Ansiedlung im Norden Berlins an der Ecke 
der Stargarder- und Greifenhagener-Straße in Angriff nahm. 
Man erwarb zu diesem Zweck ein Grundstück, von 3000 qm 
Größe mit ungefähr 110 m Straßenfront. Der gute Zuschnitt 
des Grundstückes, seine Lage vor dem freien Platze der 
Gethsemane-Kirche, der tadellose Baugrund, die unmittelbare 
Nähe der Stadtringbahn und der elektrischen Bahn, gaben 
den Ausschlag beim Ankauf dieses Grundstückes und am 
1. Oktober 1900 waren hier wiederum 121 Wohnungen fertig 
gestellt, die sämtlich an einem Tage vermietet wurden. 
Wir haben es bei dieser neuen Ansiedlung wieder mit 
einem Häuserkomplex zu tun, der ein großes Eckhaus dar 
stellt. In dem Erdgeschoß an der Stargarder Straße be
	        
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