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richtig unsere Lehre des historischen Materialismus sst.
Wir gehen jetzt zu der allgemeinen Sittlich keit über
Inzwischen nehmen wir, um den Uebergang dorthin
leichter und also das ganze Thema verständlicher zu
machen, zuerst noch ein Beispiel, das nicht mehr zu der
Sitte der Alltagsarbeit gehört, wie das Besuchen der M—
beiterversammlungen und die weibliche Bureauarbeit, das
aber auch noch nicht zu jenen angeblich allerhöchsten Ge—
bieten der Sittlichkeit gehört, wie die Nächstenliebe, die
Wahrheitsliebe usw.
Als Uebergang nehmen wir die Vaterlandsliebe, den
Patriotismus.
Auch in diesem Gefühle, in diesem Gedanken sehen
wir in unserer eigenen Zeit, wie eine gewaltige Umwand—
lung stattfindet und wiederum hauptsächlich, am aller—
meisten, bei den Arbeitern.
Früher, als die Arbeiterklasse noch fast gar keine selb—
ständige gesellschaftliche Macht darstellte, war fie patriotisch,
das heißt, sie wußte nichts Besseres zu tun, als den hert
schenden Klassen hres Landes in den Kampf gegen aus—
ländische Mächte zu folgen. Es ist zwar nicht wahrschein—
lich, daß die damaligen Proletarier und die Kinder des
damaligen Bauern- und Bürgerstandes, die sich für die
Armee oder die Flotte anwerben ließen, das aus glühender
Liebe zum Vaterland taten. Die meiestu taten es aus
Zwang und Not, aus Mangel an anderem besseren Ver—
dienst — aber die arbeitenden Klassen wußten damals nichts
anderes, als daß es sich so gehörte, wenigstens daß es so
sein mußte. Der Gedanke, daß sie sich als selbständige
Macht gegen den Krieg erklären und ihn verhindern
könnten, auch wenn die regierenden Klassen ihn wollten,
kam ihnen nicht in den Sinn, sie waren ja politisch und
ökonomisch ein Anhang dieser Klassen. Weder an Zahl,
noch durch Organisation waren sie stark genug, um einen
eigenen Gedanken über diesen Punkt zu haben, geschweige
denn ihn zur Tat werden zu lassen. Auch wenn sie für die
Aufrechterhaltung des Friedens kämpften, taten sie das ge—
wöhnlich als Gefolgschaft eines Teiles der herrschenden
Klassen, der mehr Vorteil im Frieden als im Kriege sah,
und unter der Losung, daß dies fürs Vaterland gut waͤre,
daß dieser Gedanke und diese Tat die echte Vaterlandsliebe
wären.
In Wirklichkeit war der Krieg und war solche Vater—
landsliebe im allgemeinen den arbeitenden Klaffen sicher
oft nicht nützlich oder vorteilhaft. Damals, ebenso wie jeht,