fullscreen: Hansische Beiträge zur deutschen Wirtschaftsgeschichte

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VI. Das älteste erhaltene deutsche Kaufmannsbüchlein 
2) Es war die südlichste der 5 Kerzengießerbuden, 1294 besitzt sie Bruno (0.St.B. ı 
217, 5); 1345 heißt es von ihr, als Brunos Kinder sie besitzen: „que hereditata fuit 
super ipsos ab antiquo eorum avo‘ (O.St.B. 1345 Martini.), also ein Hinweis über 
ihren Großvater Reinfried noch zurück. — Über die wirtschaftliche und soziale Bedeutung 
des Besitzes von Marktbuden vgl. meinen ‚„‚Markt von Lübeck‘. — Auch der Besitz von 
mehreren ‚alten Wortzinsen‘‘ in Brunos Hand weist auf den Zusammenhang unserer 
Warendorp mit den Gründerfamilien. 
27) Es war die „elrenestove‘“ an der Obertrave bei der kleinen Petersgrube. — Über die 
Badstuben als bevorzugtes Eigentum der alten Familie werde ich später nähere Angaben 
machen. 
28) Noch 1290, als Reinfried bereits gestorben ist, wird er als Anlieger des Hauses 
Mengstraße 16 genannt (O.St.B. I 118, 1); 1310 sein Sohn Bruno (0.St.B. IT 8, b). Als 
1347 Brunos Kinder das Haus verkaufen, wird es ausdrücklich als Wohnhaus ihres Vaters 
dezeichnet. 
%®) Schröder, Hs. Joh.-Quartier Nr. 116. — 1328 wird Hermann de Warendorp als 
morans in platea carnificum bezeichnet. Schröder ebenda S. 551. — Über die Identität 
dieses Hermann mit dem unseren kann kein Zweifel bestehen; 1333 ist durch Stadtbuch- 
eintrag belegt, daß Hermannus de Warendorpe, frater domini Brunonis (also der 
unsere) Buden kauft prope bodas ejusdem Hermanni; damit ist aber auf den Eintrag 
verwiesen, der Hermann als morans in platea carnificum bezeichnet (Schröder 
ebenda S. 550). 
30) Vgl. unten Anm. 155. 
31) Glasfenster sind für das beginnende 14. Jahrhundert ein seltenes und nur in wohl- 
nabenden Bürgerhäusern verwendetes Material. Vgl. M. Heyne, Das deutsche Wohnungs- 
wesen, Bd, I, S. 234ff. 
3) Über den Zweck dieser durch Glasfenster geschmückten Kelleranlagen mit „Keller- 
hals“ — auch ostium genannt — vgl. M. Heynea. a. O. S. 206. — Vgl. auch R. Struck. 
Das bürgerliche Wohnhaus in Lübeck, Bd. I, S. 26ff. 
33) Schröder, Hs. Jacobi-Quartier S. 321. — 1340 verkauft es sein Sohn Hinrich. 
3M) Schröder, Hs. Marien-Quartier S. 139. 
35) Schröder, Hs. Johannis-Quartier S. 550. — Es handelt sich um 5 Buden „„An der 
Mauer“ zwischen Weber- und Stavenstraße. Das Eckgrundstück Weberstraße — An 
der Mauer war bereits 1328 in den Besitz Hermanns gelangt. Schröder, ebenda S. 551. 
Die 1333 erworbenen Buden wurden noch im selben Jahre an Hinrich Dartzowe weiter 
veräußert, das Eckgrundstück blieb noch weiterhin im Besitz Hermanns, bis es 1340 sein 
Sohn Hinrich verkauft, O.St.B. 1340, Michaelis. Hinrich (Hinzeke) Warendorp behielt 
sich dabei eine Rente von 2 m. vor, im Wertverhältnis von 5°/,. — Die Geschichte dieses 
und des in Anmerkung 33 genannten Grundstücks in der Königstraße ist für die Waren- 
dorpsche Familiengeschichte deshalb von Bedeutung, weil sie beide den unzweideutigen 
Beweis erbringen, daß unser Hermann auch einen älteren Sohn Hinrich hatte, vermutlich 
sein erster Sohn aus erster Ehe. 1332 war dieser Hinrich bereits erwachsen, da er damals 
als Vertreter seines Vaters für den Empfang einer Rente aus Nienhagen genannt wird. 
Vgl. unten Anm. 96. Er muß von seinen Geschwistern abgeteilt worden sein, spätestens 
deim Eingehen der zweiten Ehe seines Vaters. Vielleicht hat er 1340 seine beiden Grund- 
stücke verkauft, um ins Ausland zu gehen; vielleicht ist er damals gestorben. Darauf 
weist hin, daß der erste Sohn aus Hermanns zweiter Ehe abermals den Namen Hinrich 
erhält, offenbar zum Andenken an den kurz vorher verstorbenen oder zum mindesten 
nicht mehr anwesenden älteren Hinrich. — Nicht im Widerspruch hierzu steht, daß 1348 
ein Hinrich Warendorp das Haus Hundestraße 20 verkauft, das 1315 ein Herman de 
Warendorp minor, der Vater des Hinrich, gekauft hatte. (Schröder, Hs. Jacobi- 
Quartier, S. 116). Dieser Hermann de Warendorp minor ist nicht mit unserm Hermann
	        
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