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Der Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika
hat nach dem geschriebenen Recht größere Machtbefugnisse
als die meisten konstitutionellen Herrscher. Tatsächlich
aber findet die Ausübung seines Rechts ganz außerordent
liche Einschränkungen, die ihn in der Regel hindern, mehr
als eine repräsentative Figur zu sein, die dem Willen ihrer
Partei untertan ist.
Präsident Roosevelt könnte sich der Partei gegenüber
freier fühlen, weil er nicht zum Präsidenten gewählt worden
ist, sondern zum Vizepräsidenten, das ist zu einer Stelle,
die im gewöhnlichen Verlauf der Dinge nur eine dekorative
Bedeutung hat. Er hatte nicht nötig, sich vor der Wahl
auf ein bestimmtes und detailliertes politisches und wirt
schaftliches Programm festzulegen. Er wurde nicht einmal
danach gefragt. Sein allgemeines republikanisches Bekennt
nis genügte. Seine Wahl zum Vizepräsidenten sollte den
Dank der Nation für seine verdienstliche und sympathische
Haltung im spanischen Krieg darstellen. Da es nicht Brauch
ist, daß ein Mann, der zum Vizepräsidenten gewählt worden,
für die Präsidentschaft kandidiert, so hätte Roosevelt, nach
dem ihn der Heimgang Mac Kinleys auf den Präsidenten
stuhl erhoben, die Möglichkeit gehabt, eine persönliche, das
heißt von Parteirücksichten freie Herrschaft zu führen.
Das ist wohl auch anfänglich seine Absicht gewesen. Er
erkannte dabei ganz richtig, daß solche Absicht sich nur
ausführen lasse, wenn er von vornherein auf den Ehrgeiz
verzichte, eine Wiederwahl, diesmal direkt zur Präsident
schaft, anzustreben. Er sprach diesen Verzicht aus, wozu
ein gewisser Heroismus des Entsagens gehört, und kündigte
zugleich den Trusts Fehde an.
Er erregte damit kein Aufsehen, weder Bewunderung
noch Verwunderung: und darin zeigte sich, daß die mit den
Trusts liierten Führer der herrschenden Partei gute Men