Full text : Die englische Agrarenquete von 1913

36

Dritter  Teil.

Mitteln  ein  Zuschuß  geleistet  werden.  Daß  dies  undenklich  ist,  wird
vielfach  von  sachverständiger  Seite,  so  auch  von  Mr.  Anker  Simmons,
dem  Vorsitzenden  des  Farmerklubs,  anerkannt.  Je  länger  infolge
niedriger  Gesamtverzinsung  die  Amortisationsfrist  liefe,  desto  mehr
ähnelte  solch  ein  Rentengutskäufer  einem  Pächter.  Das  Beispiel  des
in  Irland  angewandten  Windham  Act  von  1903  kann  nicht  herangezogen ­
  werden,  denn  damals  handelte  man  bewußt  aus  politischen,
nicht  aus  volkswirtschaftlichen  Gründen,  wußte  auch  noch  nicht,  wie
teuer  er  deil  Steuerzahlern  würde  zu  stehen  kommen.  Man  wird  die
Summe  nicht  zu  hoch  auf  600  Mist.  Mk.  veranschlagen.
Da  die  Mehrzahl  der  einen  Kauf  mit  Staatshitfe  Empfehlenden
keine  idealen  Momente,  wie  etwa  die  Freude  am  eigenen  Besitz,
sondern  immer  nur  die  Sicherung  der  Nutznießung  (fiscnrity  of  tenure)
im  Auge  hat,  muß  sich  ein  weniger  kostspieliger  Ausweg  finden  lassen.
Es  ist  prinzipiell  interessant,  zu  sehen,  daß  sich  der  Prozentsatz  des  vom
Eigentümer  bewirtschafteten  Landes  (occupying  ownership)  vermindert
hat,  von  15,32%  im  Jahre  1387  auf  14,52  °/o  in  1897,  auf  12,18%
in  1907,  auf  10,87%  in  1912;  die  Zahl  der  Besitzer  von  12,75%  in
1908  auf  10,46%  in  1912.  Für  alle  Fälle  muß  konstatiert  werden,
daß  die  pekunäre  Lage  des  Besitzers  eine  schlechtere  sein  würde  als  die
des  heutigen  Pächters.  Er  hätte  nicht  nur  etwa  4%%  des  Kaufpeises
(inklusive  Amortisation)  zu  zahlen,  sondern  dazu  noch  die  heute  vom
Grundherrn  bestrittene  Gebäudeunterhaltnng,  Grundsteuer  und  vieles
andere  zu  leisten,  was  umgekehrt  schon  daraus  hervorgeht,  daß  die  Grundbesitzer ­
  nur  2—3  %  von  ihrem  Anlagekapital  heranswirtschaflen.  Einen
guten  Beleg  hierfür  liefert  auch  eine  Statistik  einer  größeren  Anzahl
von  Verkäufen  aus  sechs  Grafschaften  im  Jahre  1912.

Grafschaft

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2.

3.

4.

5.

6  a.

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7.

8.

9.

ha

Mk.

Mk.

Mk.

Mk.

Mk.

Mk.

Mk.

Mk.

Cheshire  .  .

309

614  600

26120

1  160

2  130

6  260

30  500

33  600

25  100

Tevonshire  .

2307

1  570  300

68  740

7  960

8  140

16  300

82  900

91  000

65  200

Essex....

877

920  100

39  110

8  280

5  380

10  760

52  800

58  200

43  100

Norfolk.  .  .

790

712  100

30  270

5  590

4  310

8  640

40  200

44  500

34  600

Shropshire  .

3256

5  060  800

215  090

22  190

28  740

57  480

266  000

294  8  >0

230  000

Morcestershire

814

I  112  200

47  270

3  440

6  740

13  470

57  500

64  200

53  900
            
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