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japanischen Heeres, die japanische Staatsverfassung und die modernen
japanischen Gesetze, die vorzüglich eingerichteten Justiz- und Verwaltungs-
systeme und vor allen Dingen der glühende Patriotismus des Volkes
dazu beigetragen haben, der japanischen Regierung die Annahme dieses
Krieges leichter erscheinen zu lassen.
Besonders der Patriotismus der Japaner ist in seiner starken
kräftigen Ansdrncksweise ein so spezifisch, nationaljapanischer Charakter
zug, daß es den Europäern schwer fällt, hierfür das richtige Ver
ständnis zu finden. Die Japaner sind innner bereit, ihrem Vaterlande
oder dessen Verkörperung, ihrem Kaiser, alle möglichen Opfer zu bringen
und zwar nicht nur ihr Vermögen, sondern auch selbst dann, wenn es
ihr Leben betrifft. Dieses starke, nationale Gefühl beherrscht das ganze
japanische Volk, sowohl das Heer wie auch die Zivilbevölkerung und
besonders kräftig äußert es sich in den Kreisen der japanischen Land
wirtschaft. Sobald es heißt, tue dies oder jenes „für den Staat", so
wird sich jeder Japaner bemühen sein Bestes zu leisten, dessen er im
stande ist. Entsprungen ist dieses starke Nativnalitätsbewußtsein aus
dem Glauben über die Entstehung des japanischen Volkes, wonach das
selbe sich aus einer einzigen Familie entwickelt habe, deren Oberhaupt
eben der japanische Kaiser ist. Zur Erhaltung dieses Glaubens trägt
ferner der historische Umstand bei, daß die japanische Kaiserfamilie
seit über 2 J / a Jahrtausenden auf dem Throne des Landes sitzt, und
daß von dem gesamten japanischeil Landbesitz — mit alleiniger Aus
nahme der Eroberung voll Sachalin durch die Russen — noch nie
mals eilt Fußbreit Landes erobert wordeil ist. Alle diese Momente,
die tief in das Bewußtsein des Volkes eingegraben sind, bedingen den
nationalen Ehrgeiz und bilden die starke Wurzel des japanischen Patrio-
tismus, den man bei anderen Völkern in solch stark entwickeltem Maße
nirgends antrifft. Der Gehorsani des japanischen Volkes gegenüber
seinem Kaiser ist ebenso mächtig, wie die Liebe des Kaisers zu seinem
Volke, dem er vor sechzehil Jahren alis freier Veranlassinig eine klug
durchdachte und wohlerlvogene, moderne Verfassnilg gegcbell hat. Diese
Verfassung entspricht so sehr in allem dem japanischen Volksempfindeil
und befriedigt in so vollem Maße die Bedürfnisse des Volkes, daß es
sich infolge dieser kaiserlichen Liberalität nur noch enger an seinen
Kaiser anschloß und nur lioch opferwilliger sich erklärte. Diese Volks-
eigenschaften silid immerhin recht beachtenswerte Momente, lind je
größer der Feind jemals war, um so kräftiger eiltfalteten sich auch diese
volkstümlichen Gefühle. Zwar hat in früheren Zeiten ein Gegensatz
zlvischeil den Nordjapanern und den Südjapanern bestanden, doch ist
diese Spannung heute längst verwischt und völlig vergessen. Bemerkens
wert ist das Verhalten des japanischen Parlaments, sobald Fragen der