Full text : Die Untersuchung landwirtschaftlich und gewerblich wichtiger Stoffe

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Einstreumittel  usw.  für  Stallmist.

oder  auch  wie  „Harn“  (S.  118)  untersucht.  Im  allgemeinen  genügt  eine  Bestimmung
des  Gesamtstickstoffs,  des  Ammoniak-,  nötigenfalls  des  Salpetersäure-Stickstoffs,  des
Kalis,  der  Phosphorsäure,  der  Asche  und  der  Trockensubstanz  (vergl.  S.  127).
Einstreu-  und  Frischhaltungsmittel  für  Stallmist.
I.  Einstreumittel,  Stroh,  Torfstreu  usw.
Zur  Einstreu  in  die  Ställe  werden  verwendet:  Stroh  und  Strohahfälle  aller
Art,  Laub,  Sägespäne,  Holzwolle,  Torfstreu,  Moos,  Heidekraut  und
Plaggen  hezw.  Erde.

A.  Untersuchung  der  Einstreumittel.
Die  Untersuchung  erstreckt  sich  fast  ausschließlich  auf  ihr  Wasseraufsaugungsvermögen. ­
  Gröbere  Einstreumittel,  wie  Stroh,  Moos,  Heidekraut,
werden  für  den  Zweck  zu  Häcksel  von  1,5—3,0  cm  Länge  zerschnitten,  Torfstreu
zerzupft,  erdige  Stoffe  gröblich  zerkleinert  und  von  den  Stoffen  durch  Mischen
hezw.  Vermengen  gute  Durchschnittsproben  verwendet.
Die  Herstellung  einer  richtigen  Durchschnittsprobe  ist  bei  den  Streustoffen,
besonders  bei  Torfstreu  nicht  leicht.  Die  Torfstreu  zieht  sehr  schnell  Feuchtigkeit ­
  aus  der  Luft  an;  man  muß  daher  die  Einzelproben  aus  der  Mitte  mehrerer
Ballen  entnehmen,  was  nur  dadurch  zu  erreichen  ist,  daß  man  die  Ballen  entweder ­
  öffnet  und  auseinanderlegt,  oder  dadurch,  daß  man  an  einer  geeigneten
Stelle  der  Ballen  die  äußere  Schicht  bis  zu  etwa  25—30  cm  entfernt  und  dann
erst  von  den  inneren  Teilen  Einzelproben  für  die  Untersuchung  entnimmt.  So
werden  an  3  Stellen  jedes  Ballens  und  mindestens  von  3—4  Ballen  Einzelproben
entnommen,  diese  9  bezw.  12  Einzelproben  gemischt  und  hiervon  1 / 4  bis  1 / 2  kg  in
trocknen  Blechschachteln  mit  gut  schließenden  Deckeln  zur  Untersuchung  eingesandt.

1.  Zur  Bestimmung  des  Wassers  werden  5—10  g  der  gut  durcheinandergemengten ­
  Mittelproben  in  üblicher  Weise  bis  zur  Beständigkeit  des  Gewichtes  bei
105—110°  getrocknet.  Bei  Torfstreu  werden  stets  2  Bestimmungen  ausgeführt.
Gute  Torfstreu  soll  nicht  mehr  als  20—25  °/ 0  Wasser  enthalten.
2.  Die  Bestimmung  des  Wasseraufsaugungsvermögens  kann  in  der
Weise  geschehen,  daß  man  eine  bestimmte  Gewichtsmenge  in  einer  Schale  längere
Zeit  mit  Wasser  tränkt,  dann  das  überschüssige  Wasser  auf  einem  feuchten  Papierfilter
  oder  einem  mit  Glaswolle  locker  verschlossenen  Trichter  unter  Bedecken  des
Trichters  abtropfen  läßt  und  die  mit  Wasser  gesättigte  Masse  in  einer  bedeckten,
vorher  gewogenen  Schale  rasch  wägt.
Weit  besser  aber  ist  das  Verfahren,  welches  die  Moor-Versuchs-Station  in
Bremen  bei  Torfstreu  anwendet  und  welches  nach  einer  Mitteilung  von  Prof-Dr.
  Br.  Tacke  wie  folgt  ausgeführt  wird:
10  g  der  zerzupften  und  gut  gemischten  Probe  werden  mit  Wasser  bis  zuin
starken  Kochen  erhitzt,  um  alle  Luft  auszutreiben  und  eine  vollkommene  Benetzung
zu  erzielen.  Stark  trocken  gewordene  Proben  benetzen  sich  bisweilen  nur  sehr
schwierig;  die  Benetzung  tritt  sofort  ein,  wenn  einige  Tropfen  Ammoniak  zugesetzt
werden.  Ein  aus  grobmaschigem  Drahtgewebe  gefertigter,  an  einer  Seite  offener  Würfel
von  ungefähr  1  1  Größe  (die  Kante  je  10  cm  lang)  wird  so  mit  Filtrierpapier  ausgekleidet,
  daß  dasselbe  auf  dem  Boden  und  an  den  Wandungen  vollkommen  anliegt,
in  eine  tiefe  Schale  gestellt  und  mit  Wasser  gefüllt,  welches  durchfiltriert,  Papi er
            
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