Full text: Die Untersuchung landwirtschaftlich und gewerblich wichtiger Stoffe

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Futtermittel. 
bis 0,4 g aufgeschlämmtem Kupferhydroxyd — über die Bereitung vergl. unter 
Lösungen No. 16 am Schluß — versetzt, nach dem Erkalten durch ein Filter 
von schwedischem Filtrierpapier filtriert, der auf dem Filter befindliche Rück 
stand mit Wasser ausgewaschen und samt Filter noch feucht nach dem Verfahren 
von Kjeldahl (S. 138) verbrannt. 
Bei der Untersuchung von solchen Stoffen, welche wie Samen, Ölkuchen usw. 
reich an phosphorsauren Alkalien sind, bei welchen sich also phosphorsaures Kupfer 
und freies, Proteinstoffe lösendes Alkali bilden kann, werden dem Wasser vor 
dem Zusatz von Kupferhydroxyd einige ccm Alaunlösung zugefügt, wodurch gelöste 
Phosphate unter Bildung unlöslicher phosphorsaurer Tonerde zersetzt werden, so 
dann wird weiter wie sonst verfahren. 
Enthalten die Pflanzenstoffe schwer lösliche Alkaloide, so werden 1—2 g 
in einem Becherglase mit 100 ccm absolutem Alkohol und 1 ccm Essigsäure 
im Wasserbade zum Sieden erhitzt; nach dem Absetzen der Substanz wird die 
Flüssigkeit mit möglichster Vorsicht filtriert, so daß nichts oder nur ganz ge 
ringe Mengen von dem Ungelösten mit aufs Filter gelangen; dann wird das Filter, um 
gelöstes Fett zu entfernen, mit wenig erwärmtem Alkohol und Äther ausgewaschen, 
die im Becherglase befindliche Substanz mit 100 ccm Wasser zum Sieden erhitzt 
—■ bezw. bei stärkemehlhaltigen Stoffen 10 Minuten im Wasserbade erwärmt —, 
hierauf wie oben mit 0,3—0,4 g Kupferhydroxyd versetzt, der Niederschlag nach 
dem Erkalten auf das bereits benutzte Filter gebracht, mit Wasser ausgewaschen usw. 1 ) 
Der Stickstoff des Filters, welcher bei schwedischem Filtrierpapier für 5 cm Durch 
messer 0,00004 g oder bei Filtrierpapier No. 689 von Schleicher und Schüll in Düren 
0,00005—0,00010 g für 11—12 cm Durchmesser beträgt, kann vernachläßigt werden; 
ebenso ist ein Fehler dadurch, daß durch Einwirkung des Kupferoxyds aus dem bei der 
Verbrennung entstehenden Ammoniak freier Stickstoff gebildet werden könnte, nicht zu 
befürchten. 
Viel einfacher und zweckmäßiger ist das Verfahren von F. Barnstein 2 ) zur 
Bestimmung des Eeinproteins mit Kupferhydroxyd: 1—2 g des Futtermittels 
werden mit 50 ccm destilliertem Wasser auf gekocht — bezw. bei Stärkemehl haltigen 
Stoffen 10 Minuten im Wasserbad erhitzt —, sodann mit 25 ccm einer Kupfersulfat 
lösung versetzt, welche in 1 1 60 g kristallisiertes Kupfersulfat enthält, darauf unter 
Umrühren. 25 ccm einer Natronlauge von der Konzentration 12,5 :1000 hinzugegeben. 
Nach dem Absetzen wird die überstehende Flüssigkeit durch ein Filter abgegossen, 
der Niederschlag wiederholt mit Wasser dekantiert, schließlich auf das Filter ge 
bracht und mit warmem Wasser so lange ausgewaschen, bis das Filtrat mit gelbem 
Blutlaugensalz oder Chlorbaryum keine Reaktion mehr gibt. Der Stickstoffgehalt 
des Niederschlages wird sodann nach dem Kjeldahl-Verfahren bestimmt. 
Beim Vermischen von je 25 ccm Kupfersulfat- und Ätznatronlösung von der 
oben angegebenen Konzentration entsteht ein grünlicher Niederschlag eines basischen 
Kupfersalzes mit einem Gehalt von etwa 0,38 Cu(OH) 2 , welches letztere offenbar 
den wirksamen Bestandteil des Niederschlages bildet. Die überstehende Flüssigkeit 
zeigt noch eine deutliche Reaktion auf Kupfer. 
!) B. Sjollema versetzt (Zeitschr. f. Untersuchung d. Nahrungs- und Genußmittel, 
1899, 2, 415) 1 g Substanz mit 50 ccm Wasser, kocht und fügt, um das spätere Filtrieren 
zu erleichtern, beim Beginn des Siedens allmählich und unter fortwährendem Umrühren 
60 ccm 95 °/ 0 -igen Spiritus hinzu, darauf noch 50 ccm Wasser, einige Tropfen einer kalt- 
gesättigten Alaunlösung und alsdann die vorgeschriebene Menge der Kupferhydroxyd-Mischung- 
2 ) Landw. Versuchs-Stationen 1900, 54, 327,
	        
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