Full text : Die Untersuchung landwirtschaftlich und gewerblich wichtiger Stoffe

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Untersuchung  von  Boden.

übergossen,  nachdem  man  die  überstellende  Luft  durch  Einleiten  von  Kohlensäure
vertrieben  bezw.  durch  letztere  ersetzt  hat;  der  Kolben  wird  alsdann  mit  einem
B  unsen  sehen  Ventil  verschlossen.  Man  behandelt  jetzt  unter  öfterem  Umschwenken  auf
dem  Wasserbade  ungefähr  2  Stunden,  läßt  erkalten,  füllt  mit  ausgekochtem  destillierten
Wasser,  dem  man  noch  etwas  verdünnte  Schwefelsäure  zusetzt,  damit  die  Flüssigkeit ­
  sehr  stark  sauer  ist,  zur  Marke  auf  und  mischt  den  Inhalt.  Man  läßt  den  Kolben
verschlossen  stehen,  bis  sich  der  ungelöste  Boden  vollständig  gesetzt  hat,  hebt  einen
aliquoten  Teil  der  klaren  Flüssigkeit  ab  und  titriert  diese  mit  1 /io  Normal-Kaliumpermanganat ­
  (S.  24  ß  2),  indem  man  die  erste,  einige  Sekunden  anhaltende  Rötung
der  Lösung  als  Endreaktion  annimmt.  Bei  humusreichen  Böden  liefert  dieses  Verfahren ­
  indes  leicht  zu  hohe  Ergebnisse,  weil  auch  die  gelöste  organische  Substanz
schon  in  der  Kälte  reduzierend  auf  Kaliumpermanganat  wirkt.
9.  Bestimmung  von  Kupfer  und  Blei,  Kupfer  und  Blei  finden  sich  mitunter
im  natürlichen  Boden  oder  können  durch  Fabrikabgänge  oder  durch  Düngung  mit
Straßenkehricht  bezw.  Hausabfällen  in  den  Boden  gelangen.  Zu  ihrer  Bestimmung
wird  in  die  erwärmte  salzsaure  Bodenlösung  Schwefelwasserstoff  geleitet;  ist  gleichzeitig ­
  auch  auf  Zink  Rücksicht  zu  nehmen,  so  muß  man  stärker  salzsauer  machen,
da  nach  verschiedenen  Beobachtungen  sonst  das  Zink  teilweise  mitgefällt  wird.
Nach  den  Versuchen  von  R.  Grundmann 1 )  setzt  man  auf  etwa  250  ccm  Lösung
30  ccm  Salzsäure  von  1,1  spezifischem  Gewicht  zu  und  leitet  bei  etwa  70°  Schwefelwasserstoff ­
  ein  bis  zum  starken  Vorwalten,  filtriert,  ehe  der  Schwefelwasserstoffüberschuß ­
  entwichen  oder  zersetzt  ist,  wäscht  mit  schwefelwasserstoffhaltigem  Wasser
aus,  trocknet,  röstet,  löst  wieder  in  Königwasser,  verdampft  zur  Trockne,  setzt
Wasser  und  Salzsäure  zu,  wie  oben,  und  fällt  nochmals  mit  Schwefelwasserstoff-Der
  so  zinkfreie  Niederschlag  wird  wieder  filtriert,  ausgewaschen,  in  Salpetersäure
gelöst,  mit  destilliertem  Wasser  verdünnt  und  filtriert.  Das  Filtrat  versetzt  man
mit  reiner  Schwefelsäure  in  nicht  zu  geringem  Überschuß,  verdampft,  bis  das
Schwefelsäurehydrat  anfängt  sich  zu  verflüchtigen, *  2 )  läßt  erkalten,  fügt  Wasser
zu  und  filtriert  ohne  Säumen  das  ungelöst  bleibende  schwefelsaure  Blei  ab.  Sollte
der  Rückstand  nicht  mehr  genug  freie  Schwefelsäure  enthalten,  so  fügt  man  zu
demselben  verdünnte  Schwefelsäure,  bevor  man  Wasser  zusetzt.  Den  Niederschlag
wäscht  man  mit  schwefelsäurehaltigem  Wasser  aus,  verdrängt  dieses  zuletzt  durch
Weingeist,  trocknet,  glüht  im  Porzellantiegel  und  wägt  als  schwefelsaures  Blei
(PbS0 4 ).  Im  Filtrat  vom  schwefelsauren  Blei  wird  das  Kupfer  bestimmt,  indem  man
die  Flüssigkeit  zum  Sieden  erhitzt  und  mit  Kalilauge  versetzt.  Das  gefällte
Kupferoxydhydrat  wird  abfiltriert,  heiß  ausgewaschen,  getrocknet,  im  Porzellantiegel
  geglüht  und  als  Kupferoxyd  (CuO)  gewogen.  Auch  läßt  sich  das  Kupfer
elektrolytisch  abscheiden  und  bestimmen.
In  den  beiden  vereinigten  Filtraten  vom  Schwefelwasserstoffniederschlage
wird  zuerst  durch  Kochen  der  überschüssige  Schwefelwasserstoff  verjagt  und  das
Zink  wie  folgt  bestimmt:
10.  Bestimmung  von  Zink.  Da  man  gewöhnlich  große  Mengen  von  Eisen
in  den  Bodenlösungen  hat,  so  scheidet  man  am  besten  letzteres  zuerst  durch  essig'
saures  Natrium  ab  (S.,24  ß  1),  filtriert  und  bestimmt  in  der  essigsauren  Lösung
das  Zink,  indem  man  in  die  warme  Lösung  Schwefelwasserstoff  bis  zum  starken
Vorwalten  einleitet.  Man  läßt  zweckmäßig  bedeckt  etwa  12  Stunden  an  eine»
warmen  Orte  stehen,  filtriert  und  wäscht  mit  schwefelwasserstoffhaltigem  Wasser

>)  Joum.  f  prakt.  Chemie,  78,  241.
2 )  Man  muß  so  weit  erwärmen,  bis  alle  Salpetersäure  entfernt  ist.
            
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