Full text : Die Untersuchung landwirtschaftlich und gewerblich wichtiger Stoffe

44

Untersuchuug  von  Boden.

Verwitterungshöden  vorkommt,  oft  spezifisch  leichter  als  der  reine  Ton;  ein  zäher,
humusarmer  Tonhoden  kann  daher  nicht  selten  ein  höheres  spezifisches  Gewicht
zeigen  als  ein  lehmiger  Sandboden,  wie  E.  Wolff  z.  B.  bezüglich  der  folgenden
6  Bodenarten  nachgewiesen  hat.  Die  Zahlen  beziehen  sich  überall  auf  den  bei
125°  getrockneten  Boden.
Gehalt  an

Spezif.
Gewicht

Humus

Ton

Sand

Köhlens.
Calcium

Eisenoxyd ­


1.  Boden

2.5445

°/o
6.87

%
18,17

0 ;o
48.38

°/o
16,79

%
3.85

2.

2,6315

0,88

15,74

77,32

0,18

2,91

3*  l

2,6508

2,19

29,76

53.04

2,28

6,27

4.

2,6400

1,40

15,96

75,94

0,52

3.29

5.  „

2,7325

0.66

42,46

30,19

12,81

7,31

6.  „

2,6603

0,92

26,93

62,15

0,84

5,68

Die  prozentigen  Mengenverhältnisse  sind  auf  chemischem  Wege  ermittelt,  der  Humus
aus  dem  direkt  bestimmten  organisch  gebundenen  Kohlenstoff  berechnet,  der  Ton  ist  reines
Aluminiumsilikat  und  der  Sand  die  in  Salzsäure  oder  Schwefelsäure  unlösliche  Masse  des
Bodens.  Im  allgemeinen  also  kann  man  aus  dem  spezifischen  Gewicht  keinen  sicheren
Schluss  auf  die  chemische  oder  mechanische  Beschaffenheit  des  Bodens  ziehen.
2.  Bestimmung  des  absoluten  oder  Volumengewichtes  des  Bodens.  Das  absolute ­
  Gewicht  des  Bodens  findet  man,  wenn  man  den  letzteren  im  lufttrocknen,
möglichst  feinpulverigen  Zustande  in  ein  passendes  Gläschen  von  bekanntem  Inhalt
unter  gelindem  Bütteln  und  Aufstoßen  anteilweise  und  gleichmäßig  fest  einfüllt,
bis  nach  längerem  Aufstoßen  keine  Yolumabnahme  mehr  stattfindet,  und  sodann  die
eingefüllte  Erde  dem  Gewichte  nach  ermittelt.  Das  absolute  Gewicht  wird  auf  ein
bestimmtes  Volumen  (1  cbm,  1  1  usw.)  berechnet.
Von  einer  besonderen  Probe  wird  zu  gleicher  Zeit  das  bei  100°  entweichende
hygroskopische  Wasser  bestimmt  und  das  durch  Wägung  ermittelte  Volumgewicht
stets  auf  bei  100°  getrocknete  Substanz  bezogen,
Heinrich 1 )  verfährt  in  folgender  Weise:
Eine  100  g  Trockensubstanz  entsprechende  Bodenmenge  (Feinerde)  wird  in  eine
bürettenartig  graduierte  Köhre  eingefüllt  und  durch  Aufgießen  von  Wasser  eingeschwemmt.
Nachdem  das  überschüssige  Wasser  abgetropft  ist,  wird  das  Volumen  abgelesen.
Zur  Volumen-Bestimmung  läßt  sich  eine  einfache  Bürette  benutzen,  in  welcher  man
den  unteren  nicht  graduierten  Teil  mit  weißem  Sand  anfüllt.  Der  darauf  zu  schüttende
und  einzuschwemmende  Boden  markiert  sich  dann  mit  scharfer  Grenze.
Es  wird  hieraus  berechnet  das  Gewicht  der  in  1  1  enthaltenen  Trockensubstanz
und  das  Gewicht  des  in  1  1  enthaltenen,  vollständig  mit  Wasser  gesättigten  Bodens  (durch
Messung  des  aufgegossenen  und  abgetropften  Wassers).
Es  sei  bemerkt,  dass  die  gewöhnlichen  Ackerböden,  nachdem  man  sie  in  der  Glasröhre ­
  fest  eingeschüttelt  hat,  durch  das  Einschwemmen  ihr  Volumen  —  trotz  der  Wasseraufnahme ­
  —  noch  weiter  vermindern.  Humose  Böden  erhöhen  ihr  Volumen  bei  dem
B  inschwemmen.
Für  die  Humusböden  (Torf-  und  Moorböden)  ist  das  von  der  Moor-Versuohs-Station
Bremen  angewendete  Verfahren  zweckmäßig  beizubehalten  (vergl.  weiter  unten).
Br.  Tacke *  2 )  hat  für  die  Ermittelung  des  Volumens  größerer  Proben,  besonders ­
  von  Bodenproben,  ein  Volumenometer  eingerichtet,  worauf  hier  nur  verwiesen ­
  werden  mag.

>)  Landw.  Versuchs-Stationen  1893,  43,  341.
2 )  Zeitsohr.  f.  angew.  Chemie  1893,  39.
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.