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die Kamera in ihrer Gebrauchsfertigkeit darstellt, beruht auf dem
darin niedergelegten Arbeitswert, ist die Bezahlung für die zur Herstellung
aufgewandte Intelligenz und manuelle Geschicklichkeit.
Wenn heute der Handel mit photographisch-optischen Artikeln
die allgemein bekannte große Ausbreitung erfahren hat und die Photographie
vielleicht in nicht allzu ferner Zeit so zum Gemeingut aller
werden wird, wie es heute das Schreiben ist, so ist dies in erster
Linie der Erfindung der T r o ck e n p l a t t e zu verdanken, mit der
das umständliche Arbeiten, wie es bis dahin üblich war, beseitigt
wurde und die fabrikatorische Herstellung sowie der Handel mit
optisch-photographischen Artikeln einen großen Aufschwung nahm.
Man hatte in der Trockenplatte zuerst ein Negativmaterial, das
außerordentlich lange in gebrauchsfertigem Zustande haltbar war
und sich damit für die verschiedensten Zwecke verwendbar zeigte, was
bei der Aufnahme auf den sogenannten nassen Platten nicht der Fall
sein konnte. Die Photographie wurde damit nicht mehr eine nur von
gelernten Fachleuten ausgeübte Technik, sondern konnte von jedermann
gehandhabt werden. So war es auch erklärlich, daß der Verbrauch
photographischer Trockenplatten, um deren Vervollkommnung sich
Benett, van Monkhoven sowie besonders I. M. Eder verdient machten,
ständig zunahm.
Während früher England mit seinen preiswerten und vorzüglichen
Trockenplatten einen großen Teil des deutschen Marktes versorgte,
haben wir seit Jahren jetzt in Deutschland bedeutende Trockenplattenfabriken,
deren Fabrikate in der Qualität hinter den ausländischen
Erzeugnissen nicht mehr zurückstehen. Die größten deutschen
Trockenplattenfabriken, sämtlich Großbetriebe, befinden sich in
Berlin, Frankfurt a. M., Cöln, Dresden und München. Die Herstellung
von Filmen, die früher ausschließlich aus Amerika, England
und Frankreich bezogen wurden, hat in Deutschland erhebliche
Fortschritte gemacht, so daß auch auf diesem Gebiete die deutschen
Konsumenten nicht mehr vom Auslande abhängig sind.
Eine Spezialbranche der photographischen Industrie, in welcher
Deutschland unbestritten den ersten Platz auf dem Weltmärkte einnimmt,
ist die Herstellung photographischer Chemikalien. Die Sctlze
der Edelmetalle, die in der Photographie Anwendung finden, die Gelatine,
ein wichtiges Material für die Fabrikation der Trockenplatten
und Papiere, vor allem aber die photographischen Chemikalien,
die zum Entwickeln, Fixieren, Verstärken usw. der Negative
dienen, werden in so großen Mengen in Deutschland hergestellt, daß
durch diese Produktion etwa 95 Prozent des Bedarfs der ganzen
Welt an photographischen Chemikalien gedeckt wurden. Neben den
wichtigen in der Photographie verwandten Salzen- der Edelmetalle