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Die Wirtschaftlichkeit.
ist deshalb auch eine Unterteilung der kurzfristigen Rechnung nach einzelnen
Abteilungen, Unterbetrieben und Kostenstellen. Die Überwachung und Sicherung
der Liquidität, die Verfolgung der Zusammensetzung des Vermögens und der
Schulden, die Beobachtung der Rentabilität können zu manchen Zeiten (Kon
junkturschwankungen, angespannte Geld Verhältnisse) ebenfalls als Zwecke der
kurzfristigen Rechnung im Vordergrund stehen, treten jedoch im allgemeinen
zurück. Zu erwähnen ist noch die Vorhersage des Jahreserfolgs durch Zwischen
rechnungen, wodurch wertvolle Handhaben für die Bilanzierung (stille Reserven,
Verbuchung von Neuanlagen und Unkosten, Dividenden- und Kapitalpolitik)
geschaffen werden.
Die Besonderheiten der kurzfristigen Erfolgsrechnung bringen gegenüber der
Jahresrechnung mannigfaltige Abweichungen: je kürzer der Rechnungsabschnitt
ist und je schneller das Ergebnis vorliegen muß, um so ungenauer wird die Rech
nung aus rechnungstechnischen Schwierigkeiten. Man denke nur an die Erfassung
der Aufwendungen und Erträge, an die transitorischen Posten, die sogar für die
Jahresrechnung erhebliche Schwierigkeiten bereiten und nun monatlich auftreten.
Die regelmäßige Wahl des Kalendermonats als Rechnungsabschnitt bringt Unter
schiede in der Zahl der Arbeitstage und in der Stärke des Geschäftsverkehrs
(Jahreszeit!) und damit Ungenauigkeiten mit sich.
Weiter ist die Inventur als Hilfsmittel der Aufwandserfassung weitgehend aus
geschaltet, da eine öftere Durchführung auf große technische Schwierigkeiten stößt
und somit nicht erfaßbare Aufwendungen (Abnutzung, Schwund, Diebstahl u. ä.)
unberücksichtigt bleiben müssen. Zudem läßt die Inventur im allgemeinen keine
Aufteilung nach Abteilungen und deren Leistungen zu. Dabei entstehen auch andere
Schwierigkeiten; Leistungen, die keine Beziehung zum Markt haben, müssen
bewertet werden (Normalpreisverrechnung); weiter müssen die Einflüsse von
Wertschwankungen und Änderungen des Beschäftigungsgrades ausgesohaltet
werden (Differenzkonten, Trennung von Zeit- und Mengengemeinkosten, Normal
zuschläge).
Bei der Durchführung der kurzfristigen Erfolgsrechnung müssen grundsätzlich zwei
Wege unterschieden werden: einmal werden dem Ertrag (Umsatz) einer Zeitspanne die in
derselben Zeitspanne aufgelaufenen Aufwendungen, das andere Mal die dem Ertrag zuge
hörenden Kosten gegenübergestellt. Im ersten Fall schließt sich die kurzfristige Rechnung eng
an die kaufmännische Buchhaltung an. Dieses Verfahren ist im allgemeinen zweckmäßig für
Betriebe mit Divisionskalkulation, bei denen die Nachrechnung nichts anderes als eine Division
des monatlichen Aufwands durch die Zahl der erzeugten Einheiten ist. Die Schwankungen der
Bestände, insbesondere der sich in der Herstellung befindlichen Erzeugnisse, müßten dabei
berücksichtigt werden, wenn Ungleichheiten der Beschäftigung vorhanden sind, was auf die
oben erwähnten Schwierigkeiten stößt. Vielfach werden bei einer einigermaßen stetigen Fer
tigung deshalb die Lagerschwankungen nicht beachtet.
Bei Betrieben mit Einzelfertigung und Zuschlagskalkulation ist dieses Verfahren nicht
anwendbar, eben wegen der Notwendigkeit der regelmäßigen Inventur. Man stellt hier den
Erträgen eines Zeitabschnitts, berechnet nach den fertiggestellten Erzeugnissen, die Aufwen
dungen gegenüber, die man bei den jetzt fertig gewordenen Erzeugnissen im Laufe der Er
zeugung gemacht und die die Naohkalkulation ermittelt hat. Mit anderen Worten: durch
Summierung al ler Stückgewinne und Stückverluste bei den in dem Rechnungsabschnitt fertig
gestellten Erzeugnissen wird der kurzfristige Gewinn oder Verlust festgestellt. Dieses Verfahren
zeigt Fehler, wenn die Fertigungsdauer länger ist als der Reohnungszeitraum. Dem Monat der
Fertigstellung werden dann Gewinne oder Verluste berechnet, die in Wirklichkeit bereits in
einem der vorhergehenden Abschnitte entstanden sind. Einen Ausweg bedeutet die Sollrech
nung, bei der die genau vorkalkulierten Kosten mit den tatsächlich auflaufenden Kosten eines
Abschnitts verglichen werden.
Die kurzfristige Rechnung kann inner- oder außerhalb der kaufmännischen Buchhaltung
durchgeführt werden. Die Eingliederung der kurzfristigen Rechnung in die Buchhaltung hat
zur Voraussetzung, daß das Kontensystem den Bedürfnissen der kurzfristigen Rechnung nach
getrennter Abrechnung der Betriebsteile und der einzelnen Erzeugnisgruppen Rechnung trägt
und daß etwaige mengen- oder wertmäßige Abweichungen zwischen kurzfristiger und Jahres-