Object : Die doppelte kaufmännische Buchhaltung

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Doppelte  Buchhaltung.

bestimmten  Regeln  vorgenommene  Aufzeichnung  der  Veränderungen ­
  ist  systematisch,  die  Aufzeichnungen  in  ihrer  Gesamtheit
bilden  ein  System.  Die  Gruppierung  der  wirtschaftlichen  Ereignisse ­
  kann  vollständig  oder  unvollständig  sein,  d.  h.  sie  kann  alle
oder  nur  bestimmte  Gruppen  von  Veränderungen  aufzeichnen.
Die  doppelte  B.  ist  eine  vollständige  B.;  vollkommen  wäre  zu
viel  gesagt,  da  auch  sie  an  erheblichen  Unvollkommenheiten
leidet.
Die  Anhänger  der  materialistischen  oder  Zweikontentheorie
(siehe  dort,  übrigens  schon  Augspurg,  Grundlagen,  1863)  lehnen
zu  Unrecht  die  Begründung  des  Namens  als  „doppelte“  B.  mit
der  Verrechnung  eines  Geschäftsfalles  auf  zwei  Konten  ab.  Als
z.  B.  Schwächer  1549  sein  Buch  „Zwiefach  Buchhalten  usw.“
schrieb,  kannte  er  die  materialistischen  Theorien  nicht.  „Es  ist
in  der  Kunst  des  Buchhaltens  am  meisten  gelegen,  daß  man  den
Debitor  und  Kreditor  wisse  zu  unterscheiden.“  Darauf  bauen
die  ältesten  Schriftsteller  deutscher  Zunge  x )  ihre  Lehre  auf  und
erläutern  sie  an  Beispielen  aus  dem  einfachen  Warenhandel.
Der  doppische  Formalismus  hat  diesem  Buchführungssystem
seinen  Namen  gegeben  und  nicht  der  Inhalt  seiner  Leistungen  *  2 ).
Das  Grundgesetz  der  doppelten  B.  ist  dieses:  alle  wirtschaftlichen ­
  und  buchungsfähigen  (vgl.  Abschn.  21)  Handlungen  und
Ereignisse  innerhalb  einer  Unternehmung,  die  eine  Veränderung
in  dem  Werte  des  Vermögens,  der  Schulden  und  ihrer  Teile  oder
eine  Wertveränderung  des  Kapitals  bewirken,  werden  kontenförmig ­
  dargestelll.  Diese  Verrechnungsform  hat  zur  Folge,  daß
alle  Geschäftsfälle  gruppiert,  katalogisiert  sind,  daß  der  Erfolg
dieser  Veränderungen  und  der  Erfolg  der  Unternehmung  überhaupt ­
  in  seinen  einzelnen  Teilen  zur  Darstellung  kommt.  Die
Gruppierung  aller  Geschäftsfälle  nach  Ursache  und  Wirkung
ermöglicht  es,  den  Erfolg  dieser  Veränderungen  und  den  Erfolg
der  Unternehmung  d.  i.  Gewinn  oder  Verlust  genau  zu  analysieren: ­
  die  vorzüglichste  Leistung  der  doppelten  B.

J )  Vgl.  Penndorf,  Geschichte  der  Buchhaltung  in  Deutschland,
Leipzig  1913.
2 )  Dagegen  Augspurg,  irrtümer  in  den  neuerlich  verbreiteten  An-«chtcn
  über  die  Erfindung  der  doppelten  Buchführung.  Z.  f.  B.  1897.
            
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