durch Zwang das herauspreßte, was Seit
Marx Mehrwert genannt wird. Der Zwang
war die wesentlichste Triebfeder im ganzen
Arbeitsmechanismus, und es ist kein Wun-
der, daß, als diese Triebfeder aus der Volks-
wirtschaft entfernt wurde, die Arbeit ihre
Anspannung verlor, im höchsten Grade in
ihrer Produktivität fiel. Werebenerst
und zwar im Laufe einer langen
Zeit, eine große Last getragen
und wem mansieendlich von den
schmerzenden Schultern nimmt,
der kann nicht umhin, stehen zu
bleiben, infolge der Erleichte-
rung alle seine Glieder zu
reckenundzustrecken, umihnen
Ruhe zu geben, um sie in den
normalen Zustand zu bringen.
Das ist natürlich und unvermeidlich. Aber
zu diesem Gesetzlichen und Unvermeid-
lichen kommt sofort, wenigstens bei der
Masse, die auf einer niedrigen Kulturstufe
steht, etwas anderes, weniger Gesetzliches
hinzu: der Wunsch, sich der Arbeit ganz
zu entziehen oder sie zu verrichten, ohne be-
sondere Kraft 'und Aufmerksamkeit auf sie
zu verwenden. Ist doch die Arbeit schwer,
sie drückt den Menschen immer; wozu soll
man sich also überanstrengen, ist es nicht
besser, sie ohne besondere Anstrengung,
nur zum Scheine zu verrichten?
Natürlich ist das ein Wunsch, zu dem
man sich nicht offen bekennen kann, aber
deshalb hört er doch nicht auf, zu wirken,