Full text : Die deutschen Getreidezölle

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Als  Folge  der  Teuerung  sehen  wir  allenthalben  Lohnbewegungen ­
  der  Arbeiter  entstehen,  die  sich  für  die  Belastung
ihres  Lebensunterhalts  schadlos  zu  halten  suchen.  Vielfach
ist  es  zu  Arbeitseinstellungen  gekommen.  Nicht  alle  Streiks
waren  aber  erfolgreich,  und  nicht  in  allen  Gewerben.  So  ist
namentlich  im  Bergbau  mit  seinen  Hunderttausenden  von
Arbeitern  der  Durchschnittslohn  des  Arbeiters  nicht  entsprechend ­
  der  Teuerung  gestiegen.  Nach  der  amtlichen  Lohnstatistik ­
  sind  die  Bergarbeiterlöhne  des  Oberbergamtsbezirks ­
  Dortmund  zwischen  1908  und  1910  heruntergegangen. ­
  Der  Jahresarbeitsverdienst  eines  Arbeiters  (Gesamtbelegschaft) ­
  betrug  nach  dem  Jahresbericht  des  Vereins  für
die  bergbaulichen  Interessen  im  Oberbergamtsbezirk  Dortmund

1906;  1402  Mk
1907:1562  -
1908:1494  -
1909;  1350  -
1910:1382  -

1900:  1332  Mk.
1901:  1224  -
1902:1131  -
1903:  1205  -
1904:1208  -
1905:  1186  -

Der  Lohn  stieg  und  fiel  je  nach  der  Konjunktur,  um  die
Teuerung  kümmerte  er  sich  wenig.  Augenblicklich  zeigt  er
wieder  etwas  steigende  Tendenz.  Und  sehen  wir  die  Festbesoldeten ­
  an,  die  Beamten  in  Staat  und  Gemeinde!  Ihre
Gehälter  wurden  erhöht  mit  Rücksicht  auf  die  Teuerung,
a ber  diese  Gehaltserhöhungen  wurden  wieder  verschlungen
durch  die  Steuererhöhungen,  die  nötig  wurden,  um  die  Beamtengehälter ­
  aufzubessern  und  durch  das  weitere  Steigen  der  Warenpreise. ­
  So  dreht  sich  alles  in  einem  circulus  vitiosus  bei  dem
Unseligen  Wirtschaftssystem  des  Schutzzolles  für  Alle.  Bekommt
der  Eine  zu  essen,  dann  schreien  die  Andern,  und  damit  diese
den  Einen  essen  lassen,  bekommen  auch  sie  den  Mund  gestopft;
und  schließlich  muß  der  wirtschaftlich  Schwächere  für  den
            
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