Full text : Die neuere Entwicklung des Petroleumhandels in Deutschland

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schaft  in  Münster,  die  an  einigen  Plätzen  in  Westfalen  mit
Strassenwagen  fährt.  Ursprünglich  wie  die  Königsberger  Handels-Kompagnie
  eine  Vereinigung  von  der  D.-A.  P.-G.  feindlichen
Grossisten,  musste  sie  sich  letzterer  beugen.  Ihr  Kapital  ist  zu
mehr  als  der  Hälfte  in  amerikanischen  Händen.  Im  Aufsichtsrat
sitzt  ein  Angestellter  der  D.-A.  P.-G.
Die  erste  und  lange  Zeit  bedeutendste  Konkurrentin  der
Amerikaner  auf  dem  ganzen  deutschen  Markte  ist  die  Anfang  1884
von  Nobel  gegründete  Deutsch-Russische  Naphtha-Import-Gesellschaft
  (»D.-R.  N.-I.-G.«)  mit  dem  Sitz  in  Berlin.  Von  vornherein
gross,  vielleicht  zu  gross  angelegt,  machte  sie  der  D.-A.  P.-G.
zwar  ernstliche  Konkurrenz  und  nahm  ihr  ein  grosses  Absatzgebiet
fort,  reicht  aber  in  ihrer  Entwicklung  bei  weitem  nicht  an  ihre
Nebenbuhlerin  heran.  Die  Garantie  der  satzungsgemässen  Mindestabschreibungen, ­
  die  Nobel  ihren  Aktionären  geboten  hatte,  musste
mehrmals  in  Anspruch  genommen  werden.  Das  Kapital  betrug
von  1884—1903  nur  i 1 / 2  Millionen  Mark,  wurde  jedoch  am  10.  II.
1903  auf  6 1 / 2  Millionen  Mark  erhöht.  Die  Dividenden,  die  sie
verteilte,  waren  nur  recht  mässig,  nämlich  1888/89—1905/06:  7,
6,  o,  o,  5 x / 2 ,  5,  o,  o,  4,  o,  8,  12,  6,  6,  \2 X \ 2 ,  12,  o  und  0%.  1899,
nach  15  jährigem  Bestehen,  wies  der  Reservefonds  6736  Mk.  auf,
1904/05  war  er  erst  auf  581  104  Mk.  angewachsen,  um  1905/06
schon  wieder  zur  Deckung  des  Verlustes  von  231676  Mk.  in
Anspruch  genommen  zu  werden.
Bis  Ende  der  90er  Jahre  trat  die  D.-R.  N.-I.-G.  als  direkte
Konkurrentin  der  D.-A.  P.-G.  auf.  Dann  machten  sich  langsam
Anzeichen  geltend,  dass  der  Kampf  an  Heftigkeit  nachliess.  Die
Preisdifferenz,  die  vorher  oft  sehr  gross  gewesen  war,  verringerte
sich  und  blieb  konstant,  die  frühere  Feindschaft  machte  einem
fast  freundschaftlichen  Verhältnisse  Platz.  Und  in  der  Tat  war
zwischen  Rockefeller  und  Nobel  eine  Verständigung  zustande  gekommen. ­
  Mit  anderen  Worten,  das  »Petroleum-Monopol«,  das
man  so  oft  als  blutigen  Teufel  an  die  Wand  gemalt  hatte,  war
da!  Der  Unterschied  war  nur  der,  dass  dieser  Teufel  ein  ziemlich ­
  harmloser  Geselle  war.
Ursprünglich  scheint  die  Schaffung  zweier  scharf  begrenzten
Interessensphären  ins  Auge  gefasst  worden  zu  sein:  eine  Teilung  der
Welt  zwischen  zwei  der  Grössten  im  Reiche  des  Kapitals.  Darnach
sollten  Nobel-Rothschild  Russland  und  das  übrige  Osteuropa
sowie  Asien  als  Machtgebiet  erhalten,  während  der  Westen  und
            
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