Full text : Die Lokal- und Mittelbanken der Schweiz

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2.  Das  Verhältnis  der  eigenen  Mittel  zu  den  fremden  Geldern
und  zu  den  Verbindlichkeiten  überhaupt.
Dem  Verhältnis  der  eigenen  Mittel  zu  den  fremden  Geldern ­
  wird  bei  allen  Diskussionen  über  die  Massnahmen  zur  Sicherung  der
Depositen  die  grösste  Aufmerksamkeit  geschenkt,  ohne  dass  bis  jetzt  eine
Einigung  über  die  notwendige  Grösse  dieses  Verhältnisses  erzielt  worden
wäre.  Dass  die  Sicherheit  in  erster  Linie  davon  abhängt,  wie  die  Bankleitung ­
  die  Geschäfte  betreibt,  resp.  welchen  Grad  von  Sicherheit  sie  als
genügend  erachtet,  ist  klar.  Da  aber  diese  Qualitäten  nicht  in  der  Bilanz
zum  Ausdruck  kommen  können  und  in  den  Geschäftsberichten  nicht  zum
Ausdruck  gebracht  werden  wollen,  ist  der  aussenstehende  Beobachter  auf
mehr  äusserliche  Kriterien  in  der  Beurteilung  der  Sicherheit  der  fremden
Gelder  angewiesen.  Und  was  wäre  da  naheliegender,  als  zu  fragen:  Wie
ist  das  Verhältnis  zwischen  eigenen  Mitteln  und  fremden  Geldern  ?  Und
gewiss  ergibt  sich  auf  diese  Weise  ein  einigermassen  brauchbarer  Masstab.
Kann  doch  eine  Bank  mit  grossen  eigenen  Mitteln  begangene  Fehler  oder
nicht  vorherzusehende  Verluste  durch  Hingabe  eines  Teils  dieser  eigenen
Gelder,  sei  es  der  Reserven,  sei  es  schlimmsten  Falles  eines  Teiles  des
Aktienkapitals,  überwinden.  Erst  in  ganz  verzweifelten  Fällen  werden  hier
die  Depositengelder  zu  Verlust  kommen.  Ein  Institut  dagegen  mit  ungenügenden ­
  eigenen  Mitteln,  bei  dem  zwischen  eigenen  und  fremden  Geldern
ein  offenbares  Missverhältnis  besteht,  wird  bei  Verlusten  sehr  viel  schneller
das  Gleichgewicht  verüeren,  und  auch  die  fremden  Geldgeber  werden  eher
am  Verlust  mitzutragen  haben.
Die  nachstehenden  zwei  Zusammenstellungen  zeigen  das  besprochene
Verhältnis  für  die  Gesamtgruppe  in  den  Jahren  1906  bis  1911  und  für  das
letztere  Jahr  1911  noch  für  die  einzelnen  Untergruppen.
Die  eigenen  Mittel  umfassen  also  Nominalkapital  und  Reserven,  unter
die  fremden  Gelder  fallen  Check-,  Giro-  und  Korrespondentenkreditoren-Gelder,
  Kontokorrent-Kreditoren,  Obligationen,  Pfandbriefe,  Kassascheine, ­
  sonstige  Depositen,  Spargelder  und  für  die  Jahre  1906  bis  1909
für  einzelne  Institute  noch  der  Betrag  der  emittierten  Noten.

(In  1000  Franken.)

1906

1907

1908

1909

1910

1911

Total  fremde  Gelder  ....

749,522

784,217

824,075

862,723

914,842

955,739

Total  eigene  Gelder  ....

205,833

220,400

233,194

232,569

270,973

291,398

in  %  der  fremden  Gelder  .

27,5

28,1

28,3

26,9

29,6

30,5

in  %  der  Verbindl.  überhaupt

25,5

26,2

25,9

25,3

27,8

28,3
            
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