Full text : Die Lokal- und Mittelbanken der Schweiz

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Als  liquid  gilt  auch  die  Anlage  in  Lombards,  welche  vor  den  gewöhnlichen
pfandversicherten  Forderungen  den  Vorteil  haben,  dass  als  Hinterlage
meist  kurante  Wertpapiere  da  sind,  und  ausserdem  gibt  ihnen  die  Bank
in  der  Regel  die  Form  einer  Wechselforderung.  Reports  sind  wenigstens
kurz  terminiert.
Von  den  Vorschüssen,  Kontokorrent-Debitoren  und  Hypotheken  ist
erfalirungsgemäss  nur  ein  Teil  sofort  kündbar  und  ein  noch  kleinerer  sofort
realisierbar.  Ja  im  allgemeinen  ist  in  Krisenzeiten,  wenn  die  Bank  ihren
Status  recht  liquid  gestalten  möchte,  auch  ihr  Kündigungsrecht  meist  von
illusorischem  Werte.  Sie  wird  im  Gegenteil  ihre  schwachen  Kunden  sehr
rücksichtsvoll  behandeln  müssen,  eventuell  ihnen  sogar  noch  mit  weiteren
Mitteln  über  die  kritische  Zeit  hinweghelfen,  statt  dass  sie  von  ihnen  eine
sofortige  Rückzahlung  der  Schuld  fordern  kann.
In  Anbetracht  der  Schwierigkeit,  hier  genau  scheiden  zu  können,  hat
denn  auch  das  Statistische  Bureau  der  Schweiz.  Nationalbank  in  seiner
ersten  Bankstatistik  davon  abgesehen,  der  Frage  der  Liquidität  weiter
nachzugehen.  Es  wird  zur  Begründung  des  weitern  noch  darauf  hingewiesen,
dass  die  der  Statistik  zu  gründe  liegenden  Bilanzen  nur  für  einen  Tag  des
Jahres  gelten  und  nichts  über  die  Beschaffenheit  der  Durchschnittsbilanz
aussagen.  Sodann  trete  im  allgemeinen  die  Frage  der  Liquidität  nur  in
einem  kritischen  Zeitpunkt  aus  dem  Stadium  des  theoretischen  in  dasjenige ­
  des  aktuellen  Interesses,  und  dann  können  die  Verhältnisse  ein  ganz
anderes  Aussehen  bekommen.
In  der  zweiten  Bankstatistik  hat  das  erwähnte  Bureau  nun  doch  zur
Frage  der  Liquidität  Stellung  genommen.  Zu  den  leicht  greifbaren
Mitteln  werden  da  gerechnet:
1.  Kassa  und  Giroguthaben,
2.  Korrespondenten-Debitoren,
3.  Wechsel,
4.  Lombardvorschüsse  und  Reports.
Es  wird  also  auf  eine  Einbeziehung  des  Effektenbestandes  verzichtet,
indem  die  Wertschriften  mit  den  Konsortialbeteiligungen,  den  Kontokorrent-Debitoren, ­
  den  Hypotheken,  Immobilien,  Mobilien  und  dem  nicht
einbezahlten  Aktienkapital  als  „Sonstige  Aktiva“  den  leicht  greifbaren
gegenübergestellt  werden.
Aus  unsern  Ausführungen  über  das  Wechseldiskont-,  wie  auch  das
Effektengeschäft  kann  nun  wohl  für  die  Lokal-  und  Mittelbanken  angenommen ­
  werden,  dass  beim  Wechselportefeuille  nur  ein  Teil  als  liquid
anzusehen  ist,  dass  dagegen  anderseits  wohl  ein  schöner  Teil  des  Effektenbestandes ­
  als  liquide  Anlage  betrachtet  werden  kann.  Allerdings  ist  hier
            
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