Full text : Der Weg zum Sozialismus

kür  des  Großkapitals  und  dem  durch  den  Sieg  noch  gesteigerten ­
  Uebermut  der  Militärkaste  anheiragefallen.  Die
kühnsten  Träume  kapitalistischer  Machtgelüste  wären  Wirklichkeit ­
  geworden.
Es  zeigt  sich  jetzt,  daß  sich  der  Kapitalismus  in  diesem
Kriege  schon  übernommen  hatte.  Der  schlecht  verkleisterte
wirtschaftliche  Zusammenbruch  zog  den  militärischen,  und  damit ­
  die  Revolution  nach  sich.  Die  Entente  hat  zwar  gesiegt,
aber  in  vielen  ihrer  Länder  ist  der  wirtschaftliche  Zusammenbruch ­
  offenbar  und  damit  die  Grundlage  für  die  Revolution
gegeben.  Die  europäische,  die  Weltrevolution  wird  Wirklichkeit. ­
  An  die  Stelle  einer,  bis  ins  äußerste  Extrem  betriebenen ­
  Herrschaft  weniger  Kapitalraagnaten,  über  die  gesamte ­
  Weltwirtschaft,  wird  der  Sozialismus  treten.

Kapitalistische  Anarchie  oder  sozialistisch©  Ordnung.
Naturwissenschaft  und  moderne  Technik  bedeuten  den
Sipg  des  Menschen  über  die  Naturkräfte.  Der  Sozialismus
wird  den  Sieg  über  die  gesellschaftlichen  Triebkräfte  bringen.
Einstweilen,  bis  den  Bau  der  Welt,
Philosophie  Zusammenhalt,
Erhält  sich  das  Getriebe
Durch  Hunger  und  durch  Liebe.
Blind  und  brünstig  setzen  sich  die  sozialen  Kräfte  unter
dem  Kapitalismus  durch.  Der  Hunger  treibt  die  Massen  immer
wieder  in  die  entmenschte  Frolm  des  Kapitalismus,  zerreißt
die  Bande  der  Solidarität,  weckt  im  Arbeiter  die  niedrigen
Instinkte.  Der  stets  neugepeitschte  Hunger  nach  Profit  verhöhnt ­
  alle  Gebote  der  Vernunft,  zerbricht  alle  Schranken  der
Moral,  trampelt  nieder,  was  ihm  in  den  Weg  tritt.  In  der
kapitalistischen  Anarchie  kann  der  jeweilige  Ausgleich  in  der
Produktion  und  in  den  Machtverhältnissen  der  einzelnen
Klassen  nur  unter  einer  riesenhaften  Verschleuderung  von
Stoffen  und  Kräften,  unter  gewaltigen  Reibungen  und  katastrophalen ­
  Erschütterungen  herbeigeführt  werden.  Das  Stöhnen
der  Zermalmten,  die  Wutschreie  der  Gestürzten  und  das
Triumphgeheul  des  Siegers,  bilden  die  schrille  Melodie  nach
der  die  Maschine  des  Kapitalismus  stampft  und  kreischt.  Durch
den  Krieg  sind  die  Kessel  unseres  ganzen  Wirtschaftslebens
überhitzt  worden,  die  Schwungräder  sausen  in  rasendem
Tempo  und  die  inneren  Hemmnisse  und  Reibungen  sind  so
ungeheuerlich,  daß  die  ganze  Maschine  auseinandergerissen
werden  muß,  wenn  nicht  die  Ventile  geöffnet,  die  Lager  gereinigt ­
  und  der  ganze  Betrieb  vernunftgemäß  geordnet  wird.
            
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