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war. Als er zusammen mit Jul. Bachem im März 1915 aus
der Schriftleitung austrat, rückte Dr. Aegidius Müller,
im Jahre 1880 bei Fulda geboren, der schon seit dem 1. Ok
tober 1905 der Schriftleitung angehörte, in die Stelle des Ausland
schriftleiters ein. Leider wurde er bereits am 5. September 1917
das Opfer einer heimtückischen Krankheit, worauf Dr. Eduard
H e m m e r 1 e, ein gebürtiger Kölner (geb. 1883), den besonders im
Kriege wichtigen Posten besetzte. An die Stelle Julius Bachems
war ein halbes Jahr später Justizrat Dr. Karl Bachem, der
zweite Sohn von Jos. Bachem, getreten.
Julius Bachem ist die Altersruhe nach fünfundvierzigjähriger
Tätigkeit an der Kölnischen Volkszeitung nicht lange gegönnt gewesen.
Am 22. Januar 1918 machte ein altes Leiden seinem Leben voll unermüd
licher vielseitiger Arbeit ein Ende. Seine Verdienste um die Zentrums
parteierschöpften sich nicht in seinem Wirken an der K.V. Im Augustinus-
Verein zur Pflege der katholischen Presse 41 wiesen seine klaren politischen
Erörterungen der gesamten Zentrumspresse oft genug ihren Weg, und
sein Verdienst ist es nicht zum kleinsten Teile, wenn sie der Presse
anderer Parteirichtungen als das Muster festen Zusammenhalts hingestellt
werden darf. In einem für Tagesschriftsteller wertvollen kleinen Büchlein
„Allerlei Gedanken über Journalistik“ hat er eine Fülle guter Beobachtungen
und Grundsätze niedergelegt. Seine „Erinnerungen eines alten Publizisten
und Politikers“ sind gleichfalls ein Buch voll Gedanken und Laune. Eine
wichtige katholische Kulturaufgabe löste er mit der Neuherausgabe des
fünfbändigen „Staatslexikons der Görresgesellschaft“, von dem er die
zweite und dritte Auflage besorgte und ihr seinen Geist aufdrückte.
Auch an der Leitung der übrigen Teile der Zeitung vollzogen
sich während dieser Zeit fortwährend Aenderungen, d. h. die
Zahl der an der Schriftleitung Beteiligten wuchs fortgesetzt. Für
den westdeutschen Teil trat 1886 Cornelius Bebber ein,
ein humorvoller Mann und großer Lateiner, der als Schriftleiter
der Saarzeitung in Saarlouis am 29. April 1903 gestorben ist.
Sein Nachfolger war am 15. September 1892 Oswald Neuwiem,
der Bearbeiter der Drahtnachrichten wurde und auch für den
politischen Teil der Zeitung tätig war. Den westdeutschen Teil
besorgte dann der Leiter des Local-Anzeigers Peter Brendgen
(vgl. S. 113), bei dem aber bald schon sein asthmatisches Leiden
sich bemerkbar machte, dessen Opfer er geworden ist. Seit dem
1. April 1898 erhielt Bernhard Reuter (geb. 1857 in Borken
in Westfalen) die Leitung des westdeutschen Teils der KV und
des LA. Ihn unterstützte Dr. Aug. Hommerich, der aber