Full text: Hundert Jahre J.P. Bachem, Buchdruckerei, Verlagsbuchhandlung, Zeitungsverlag

verantwortlich; später übernahm der Maler Fritz B a u d r i 29 die Schrift 
leitung, und die Nummern erschienen alle fünfWochen in zwei Bogen Umfang 
und in einer Auflage um 1200 herum. Die Nummer 10 des 23. Jahrganges 
1871 vom 11. November brachte die Mitteilung, das Pius-Blatt werde 
„in Folge der veränderten Zeitverhältnisse mit der nächsten Nummer 
seine Laufbahn beschließen. Als es in der tiefbewegten Zeit des Jahres 
1848 gegründet wurde, eröffnete es gewissermaßen den Reigen der kleinen 
Volksblätter, deren Existenz sich bald als eine Nothwendigkeit bemerklich 
machte, und zwar erschien es, noch ehe man in Deutschland zur Grün 
dung größerer katholischer Organe geschritten war“. Die ungenannte 
Redaktion teilt weiter mit, daß das Unternehmen nur zu halten war 
durch die „Mitwirkung des Verlegers, der eine Reihe von Jahren hin 
durch sich zu materiellen Opfern entschloß . . . Seit der Gründung des 
Blattes . . . haben sich die bezüglichen Verhältnisse in außerordentlicher 
Weise geändert. Rings um uns her sind namentlich in den letzten Jahren 
Wochenblätter... in großer Anzahl entstanden. So gibt es, abgesehen von 
den hierselbst durch den unvergeßlichen Kolping gegründeten »Rhei 
nischen Volksblättern«, die jetzt in ihrem 18. Jahrgang stehen, u. a. in 
Trier, Aachen, Düsseldorf, Crefeld, Elberfeld, usw. katholische Volks 
blätter, die schon den Vortheil des öfteren Erscheinens vor dem Pius- 
Blatt voraus haben.“ 
In Kommissionsverlag übernahm Bachem im Jahre 1851 gleich 
zeitig zwei Zeitschriften: die „Jahrbücher des hl. Vincenz 
von Paul“ und das „Organ für christliche Kunst“. 
Der Verein des hl. Vincenz von Paul in Rheinpreußen wurde 1833 
von acht Studenten der Pariser Hochschule, die auf Anregung ihres 
geistigen Hauptes Friedrich Ozanam wöchentlich zusammenkamen, um die 
Vorträge ungläubiger Professoren zu besprechen, gegründet. Sein Haupt 
zweck besteht „in der Heiligung seiner Mitglieder durch die persönliche 
Ausübung der Werke der Barmherzigkeit“, und zwar für Angehörige aller 
Konfessionen. Der Pariser Verein gab seit 1849 monatliche „Bulletins de 
la Societe de St. Vincent de Paul“ heraus. Als die „Conferenzen“ für 
christliche Nächstenliebe auch in Deutschland, und besonders in der 
Kölner Erzdiözese, wo Kardinal v. Geissei das Protektorat übernommen 
hatte, nach Provinzen sich auszubreiten begannen, veranstaltete der 
Provinzialrat für Rheinland und Westfalen (Präsident Karl Frhr. v. 
Devivere, Sekretär L. Meurin) eine wortgetreue Uebersetzung dieser 
Bulletins unter dem Titel „Jahrbücher des Vereins vom hl. Vin 
cenz von Paul mit einer Zugabe für die deutschen Conferenzen ver 
sehen“. Mit dem Jahrgang 1911 ging die Zeitschrift ein. Seitdem erscheinen 
an ihrer Stelle die „Vinzenz-Blätter, Zeitschrift des Vinzenzvereins 
für Deutschland. Herausgegeben vom General-Sekretariat, Geschäftsstelle 
Köln“.
	        
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