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Aus der Tatsache, daB dem Handel und der Industrie aus
dem internationalen Wettbewerb offenkundig Vorteile er-
wachsen, zieht der Autor die SchluBfolgerung, daB die nationale
Flotte gar keinen EinfluB auf die wirtschaftliche Entfaltung des
Landes bat. Ihr fâllt als allenfalisige und alleinige Aufgabe die
Einrichtung von direkten Diensten nach gewissen Lândern in
den wenigen Fallen zu, wo die bestehende Verbindung dahin
die Benützung von mehreren Linien sowie zeitraubenden und
kostspieligen Umschlag erforderlich macht,
Gewisse Verteidiger der belgischen Handelsîlotte gestehen
selbst zu, daB es dieser unmôglich ist, uns dieselben Vorteile
zu verschaffen wie die fremden Schiffe. In der „Beîgique
maritime et coloniale" vom 6. Februar 1910 schreibt Mr, Hervy-
Cousin: „Unsere Handelsschiffe kdnnten uns kaum so günstige
Bedingungen bieten,"
Andererseits war die Tatsache, daB mehrere Schiffahrts-
linien mit gemeinsamer Bestimmung das Zustrômen von Gütern
begünstigen, der entscheidende Grund für die deutsche Regie-
rung, um die Postdampfer nach Australien und Ostasien Ant-
werpen, nicht Rotterdam anîaufen zu lassenj der belgische
Hafen bot ihnen übrigens auch aile Bequemlichkeiten an, wo-
hingegen Rotterdam, beeinfluBt von den groBen hollandischen
Linien, keinerlei Zugestandnisse machen wollte.
Endlîch sind die Vorteile, die uns die fremde Handelsîlotte
bietet, derartige, daB deutsche Reichtagsabgeordnete im Lauîe
der Sitzung 1897/98, als die den deutschen, regelmaBig Ant-
werpen anlaufenden Postdampferlinien zu gewâhrenden Zu-
schüsse zur Sprache kamen, die Ansicht ausdrückten, man
kônne der belgischen Regierung vorschlagen, einen zu be-
«stimmenden Teil der genannten Zuschüsse auf sich zu nehmen.
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„Die Zukunlt des Landes liefe Gefahr, wenn Antwerpen
aufhoren sollte, der Mittelpunkt regen Schiffsverkehrs zu sein,"
hat De Leener 27 ) so sehr zu recht gesagt, und doch würde dies
das Ergebnis des Wirtschaftskrieges sein.
27 ) De Leener, La politique des transports en Belgique, p. 317.