Full text : Der Antwerpener Hafen und die Pariser Wirtschaftskonferenz

47

Zur  Vermeidung  von  Zollfôrmlichkeiten  werden  namlich
bekanntermafien  zollfreie  Waren  beim  Eingang  fast  allgemein
,,zum  Verbrauch"  deklariert,  selbst  wenn  sie  für  die  Durchîuhr
bestimmt  sind,  Dies  geschieht  vor  allem  bei  der  Einfuhr  auî
Kanâlen  und  Flüssen  (Antwerpen,  1912:  2  681746  1,  wovon
2175  077  t  Rheinschiffahrt)  ;  im  Eisenbahntransport  bewirken
die  Vorzugstarife,  welche  die  Durchîuhrgüter  genieBen,  daB
diese  UnregelmâBigkeiten  weniger  hâufig  vorfallen,
Zufolge  der  Statistik  kommt  etwa  die  Hâlîte  der  eingeschifften
  Waren  vom  Ausland. 10  11 )  Stelit  man  der  Ziffer  dieses
Warenausgangs  diejenige  des  Eingangs  vom  Auslande  auî  dem
Land-  und  FluBwege  gegenüber,  so  fâlit  das  mangelnde  EbenmaB
  sofort  ins  Auge,  Es  wurde  namlich  festgestellt  “),  daB
diese  Zuluhr  etwa  68  %  der  Gesamt-Warenausfuhr  über  Antwerpen
  darstellt,  Der  einzige  Einwurf,  der  sich  machen  lieBe,
ist  der,  daB  ein  Teil  der  Waren  für  den  ôrllichen  Verbrauch
bestimmt  ist.  Man  konnte  weiterhin  die  Gütermenge,  die  auî
der  Durchîuhr  durch  Belgien  gegangen  ist  und  beinahe  zweiîeilos
  ihren  Weg  über  Antwerpen  nach  einem  bestimmten  überseeischen
  Lande  genommen  hat,  hinzuzâhien  und  dazu  50%
des  Antwerpener  Eisenbahn-Güterverkehrs  îügen,  welcher
Prozentsatz  das  allgemeine  Verhaltnis  der  Durchîuhr  zum
Gesamt-Eisenbahnverkehr  in  Belgien  darstellt.  Auî  diese
Weise  kame  man  zu  dem  Ergebnis,  daB  61  %  vom  Antwerpener
Verkehr  zur  Durchîuhr  gehôrt,  Doch  ist  auch  diese  Ziffer
wiederum  unzuverlâssig;  die  Naturalisierung  zollîrei  eingehender
  Waren,  die  für  die  Durchîuhr  bestimmt  sind,  lâBt  das  Verhaltnis ­
  merklich  geringer  erscheinen,  als  es  in  Wirklichkeit  ist.
Aus  diesen  Beschauungen  leiten  wir  ab,  daB  der  Anteil  der
Durchîuhr  an  der  Antwerpener  Ausîuhr  seewârts  mindestens
50  %  und  hôchstens  68  %  betrâgt,  Man  kann  also  sagen,  daB
in  Antwerpen  auî  jede  Tonne  belgischer  Waren  1%  Tonnen
Waren'  fremder  Herkunft  verladen  werden. 12 )
Aus  dieser  Untersuchung  geht  hervor,  daB  das  Gedeihen
unseres  Hafens  mehr  von  dem  Verkehr  abhangt,  den  ihm  die
Nachbarlânder  sichern,  als  von  dem  für  Belgien  bestimmten
oder  aus  Belgien  kommenden  Transport.
10 )  3  570  000  t  au!  8  076  000  t.
11 )  Dubois  &  Theunissen,  Anvers  et  la  vie  économique  nationale.
12 )  Dubois  &  Theunissen,  Anvers  et  la  vie  économique  nationale.
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.