Full text : Der Antwerpener Hafen und die Pariser Wirtschaftskonferenz

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Lande  darin  zukommt  um  von  der  Durchfuhr,  die  wir  im
vorhergehenden  Abschnitt  behandelten,  nicht  zu  reden  —,  tritt
vor  allem  der  Aufstieg  der  Ausfuhr  in  der  Tabelle  zutage,  Angesichts
  der  Passivitât  unserer  allgemeinen  Handelsbilanz  ist
diese  Tatsache  von  hôchster  Bedeutung,

Anteil  Deutschlands  am  belgischen  Handel. 3 ]

|  1880  i  1890

1900

1910

1911

1912

%  |  %

%

%

%

%

An  der  Einfuhr  .  .  .

14,5  10,9

14,7

13,5

13,4

14,2

„  „  Ausfuhr.  .  .

19,1  i  18,9

22,1

25,9

26,8

25,5 3  4 )

Daraus  erklârt  sich  die  hohe  Bedeutung,  welche  die  Antwerpener
  Handelskanimer  unsern  kommerziellen  Beziehungen
zu  diesem  Lande  zuschrieb;  das  Zentralbureau  sagte  in  seinem
Bericht  von  1911;  „Die  Geschâftsabwicklungen  zwischen  Belgien
und  dem  Zollverein  weisen  einen  merklichen  Fortschritt  auL
Es  ist  erlreuîich,  dies  festzustellen,  wenn  man  sich  erinnert,
daB  Deutschland  das  einzige  groBe  Land  ist,  mit  welchem  wir
ein  langfristiges  Handelsabkommen  abgeschlossen  haben,  Da
dieses  Abkommen  1917  ablâuft,  ist  es  für  unsere  amtlichen
Wirtschaftsbeflissenen  nicht  zu  früh,  ernstlich  an  die  Vorteile
zu  denken,  die  wir  bei  seiner  Erneuerung  erzieien  oder  behaupten
  kônnen,"
Nach  Deutschland  ist  Frankreich  das  Land,  mit  welchem
wir  die  meisten  Geschâfte  rnachen.  1912  erreichte  die  Einfuhr
von  dort  908  048  000  Fr.,  die  Ausfuhr  dahin  752  314  000  Fr,
Wollte  man  ausschlieBlich  auf  Grand  dieser  Gesamtziffern  sich
ein  Urteil  bilden,  müBte  man  unsere  Lage  hinsichtlich  Frankreichs,
  angesichts  des  bedeutenden  Einfuhrüberschusses  aîs
verderbîich  ansehen,  Glücklicherweise  bedürfen  die  amtlichen
Zahîen  jedoch  einer  Berichtigung.  Wie  wir  soeben  erwahnten,
muB  unsere  Nationalbank  in  stetig  zunehmendem  MaBe  Silber
und  Goîd  aus  Frankreich  holen,  ohne  darum  doch  das  Disagio
zwischen  dem  belgischen  und  franzôsischen  Kurse  aus  dem
Wege  raumen  zu  kônnen-  Hait  man  nun  mit  diesen  Sendungen
3 )  H.  Waentig,  in  Belfried  I.
4 )  BeeinfluBt  durch  die  infolge  des  Balkan-  und  des  türkisch-italienischen
  Krieges  geschaffene  Unsicherheit.  Vgl.  den  Bericht  der  Antwerpener
Handelskammer,  1912,
            
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