Full text : Der Antwerpener Hafen und die Pariser Wirtschaftskonferenz

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wie  die  zukünftige  Lage  des  Weîtmarktes,  wovon  wir  sprachen,
klar  erkennen,
Da  wir  den  Neutralen  die  „Klausel  der  meist  begünstigten
Nation"  nicht  anbieten  kônnen,  werden  diese  sie  uns  ebenfalls
verweigern,  doch  Deutschland  zugestehen 13 ),  und  dieser  Umstand
  ist  nicht  von  solcher  Art,  um  unseren  Exporteuren  auî
diesen  Markten  zu  nützen.  Von  seiten  Englands  dürfen  wir,
da  seine  Industrie  der  unserigen  wesentlich  gleichartig  ist,  nicht
viel  erwarten;  überdies  schlieBt  sich  das  ausgedehnte  britische
Weltreich,  das  zahlreiche  für  unseren  Absatz  in  Betracht
kommende  Gebiete  umfafit,  dem  Mutterlande  so  enge  an,  daB
es  diesem  besonders  günstige  Bedingungen  auf  seinen  Markten
vorbehâlt.
„Was  Wir  vorzugsweise  zu  fürchten  haben,“  lesen  wir  in  dem  Bericht
der  Antwerpener  Handelskammer  für  1912,  „und  worauf  wir  schon  oft  aïs
die  grôfite  Gefahr  hingewiesen  haben,  die  unserer  Ausfuhr  droht,  das  ist
die  Ausbreitung  der  differentiellen  Vorzugsiarife,  welche  die  Kolonien
unserer  groBen  kolonisierenden  Nachbarn  dem  Mutterlande  für  seine
industriellen  Erzeugnisse  gewahren.  Die  englischen  Konsularbcrichte
stellen  seit  ein  paar  Jahren  mit  einer  Genugtuung,  die  für  uns  nichts  Gutes
bedeutet,  fest,  daB  das  Inkrafttreten  dieser  Tarife  in  den  britischen
Kolonien,  und  bestimmter  in  Südafrika  und  in  Australien,  seine  Wirkungen
gezeigt  bat  in  einem  merklichen  Niedergange  der  fremden  (lies:  deutschen
und  belgischen)  Einfuhr  in  diese  Kolonien  und  einem  entsprechenden  Aufstieg
  der  Exnfuhrziffern  GroB-Britanniens,  Wir  wiederholen,  was  wir  in
unsern  vorhergehenden  Berichten  sagten;  Solange  unsere  Konkurrenten,
die  mâchtigen  Lânder,  derartige  Mittel  anwcnden,  bleibt  uns  nichts  anderes
übrig,  als  unaufhôrlich  die  Qualitât  unserer  Waren  zu  verbessern  und  zugleich
  zu  Preisen  zu  verkaufen,  die  uns  gestatten,  unseren  Konkurrenten
die  Stirn  zu  bieten,"
Und  was  wird  es  nach  dem  Kriege  sein?
Kann  der  deutsche  Handelsverkehr  ersetzt  werden?
„Das  Land,  wohin  wir  unsere  Bîicke  richten  müssen,  ist
Frankreich!  Von  Frankreich  muB  unser  Heil  kommen!"  ‘ruft
Robert  Billiard  ans  in  seinem  Bûche  „La  Belgique  industrielle
et  commerciale  de  demain",  LaBt  uns  untersuchen,  ob  diese
Worte  einen  Grund  von  Wahrheit  enthalten-Armand
  Julin  stellte  bereits  fest,  daB  die  wirtschaftliche
Entfaltung  Frankreichs  an  Kraft  verliere;  in  dem  Zeitraum  von
1860  bis  1890  übertraf  sie  diejenige  Deutschlands  und  Belgiens,

13 )  Henri  Lambert  in  der  Indépendance  belge  vom  15.  Juli  1916.
            
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