Full text : Ferdinand Lassalle

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wirklich  dadurch  die  Anklage,  die  Besitzlosen  zum  Hasse
gegen  die  Besitzenden  aufstacheln  zu  wollen,  oder  verdienen ­
  sie  dadurch  nicht  vielmehr  den  Dank  und  die
Liebe  gerade  der  besitzenden  Klassen,  gerade  der  Bourgeoisie ­
  vor  allen?
Woher  kommt  alle  politische  Furcht  der  Bourgeoisie
vor  dem  Volke?
Werfen  Sie  einen  Blick  der  Erinnerung  in  die  Monate
März,  April  und  Mai  des  Jahres  1848.
Haben  Sie  vergessen,  wie  eö  damals  hier  aussah?
Die  Polizeimacht  war  gebrochen,  das  Volk  füllte  alle
Gassen  und  öffentlichen  Plätze.  Und  alle  Gassen,  alle
öffentlichen  Plätze  und  alles  Volk  —  ausschließlich  in
der  Hand  eines  Karbe,  eines  Lindenmüller  und  ähnlicher
gedankenloser  Agitatoren,  Männer  ohne  Wissen,  ohne
Bildung,  ohne  Einsicht,  aufgewirbelt  vom  Sturme,  der
das  politische  Leben  bis  in  seine  Tiefen  peitschte!  Die
Bourgeoisie,  scheu  und  furchtsam  das  Zimmer  hütend,
jeden  Augenblick  zitternd  für  ihr  Eigentum  und  ihr  Leben,
das  sie  in  der  Hand  roher  Agitatoren  sah,  die  nur  zu  gutmütig ­
  waren,  um  von  ihrer  Macht  den  gefürchteten
Gebrauch  zu  machen.  Die  Bourgeoisie,  heimlich  betend
für  die  Rückkehr  des  Polizeizwanges,  unter  einer  Furcht
bebend,  die  sie  noch  bis  heute  nicht  vergessen  hat,  und  deren
Angedenken  sie  noch  bis  heute  unfähig  zum  politischen
Kampfe  macht!
Woher  kam  es,  daß  in  einer  Stadt,  die  sich  stolz  die
Metropole  der  Intelligenz  nennt,  in  einer  so  großen
Stadt,  dem  Sitze  der  leuchtendsten  Geister,  das  Volk
monatelang  einem  Karbe  und  Lindenmüller  gehören
und  Sie  für  Leben  und  Eigentum  zittern  konnten?
            
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