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uns und erklärten uns eintönig die Merkwürdigkeiten
der Stadt. Au anderer Aeit würde diese Eintönigkeit
Lassalle außer sich gebracht haben, er würde sicher die
Führer fortgejagt und alles selbst erklärt haben; aber jetzt
schwieg er die ganze Aeit, war sehr blaß und schien ent
weder zerstreut oder dann wieder wie konzentriert mit
einem ihn verfolgenden Gedanken beschäftigt. Ich hörte
ihn einigemal tief aufseufzen und begegnete zuweilen
seinen mit sonderbarem Ausdruck auf mich gerichteten
Blicken.
Alles dies dauerte bis zum Mittag des zweiten Tages
unseres Aufenthalts in Köln. Während des Mittag
essens, obschon er nichts angerührt und die ganze Aeit
über geschwiegen hatte, belebte sich sein Antlitz, die
Augen begannen wieder zu glänzen, und sein ganzes
schönes, edles Gesicht nahm den Ausdruck eines festen,
unerschütterlichen Entschlusses an. Es schien, als ob er
sich vorgenommen habe, etwas zu tun, und daß keine
Macht ihn von diesen! Entschluß abbringen solle. Ich
war der Überzeugung, daß ich der Entwicklung einer
neuen Tat oder Idee, die im Geiste dieses seltenen
Mannes entstanden war, beiwohne. Ich konnte es aber
nicht übers Herz bringen, ihn zu fragen, was er in diesen
zwei Tagen gedacht, geschaffen habe. Ich glaubte, daß
er selbst es nicht werde unterlassen können, es mir als
seiner Freundin zu sagen. In der Tat, er sagte es selbst.
Aber wie weit ich davon entfernt war, zu ahnen, was
in der Seele dieses Menschen vorging, bewies meine voll
ständige Verwirrung, als er, zufällig mit mir allein, schnell
an das Fenster, an dem ich stand, herantrat und plötz
lich, gänzlich unerwartet für mich, mir seine grenzenlose,