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So rezitierte ich fast laut und fuhr dann leiser fort: „Ich
glaube, diese Festung wird am besten mit Sturm ge
nommen."
„Du bist ein Engel!" rief der Doktor, schleppte mich
zu Madame N. und fing nun dort an, sich liebenswürdig
zu machen.
Man fuhr zu Kroll. Gegen 6 Uhr kam man zurück
und ging in die Vorderstube, wo der Tisch gedeckt stand.
Auf allgemeines Verlangen ging Dr. Shiff zum Klavier.
Bis dahin hatte ich noch gar nicht geglänzt, mir auch
nichts mit Madame N. zu tun gemacht, weil ich sehr
große Zahnschmerzen hatte. Als man aber zum Souper
ging, Madame N. sich aufs Sofa setzte, Shiff seinen
Stuhl hart ans Sofa rückte, so setzte ich mich zur anderen
Seite der N. aufs Kanapee, indem ich selbst aufforderte,
diese Ungebühr zu bemerken. Nun nahmen wir, Shiff
und ich, diese N. ins Kreuzfeuer. Der Doktor ist geist
reich, also gegen diese Seite konnte ich nichts ausrichten.
Ich sprach auch an diesem Abend gut. Shiff hörte mir,
wenn ich redete, minutenlang zu und sagte dann: „Fer
dinand, du bist gar nicht bitter." Er sagte dies aber
so langsam und ernst, daß er es wirklich zu glauben
schien.
Madame N. brach nun in eine Wut von Kompli
menten gegen mich aus. Später drehte sich Shiff gegen
meine Schwester und sagte zu ihr: „Ihr Bruder ist
geistreich, und dies sehr." „Wer zweifelt daran?" er
widerte sie prätentiös.
Plötzlich sagte Shiff zur N.: „Madame, ich hätte Sie
als Braut sehen mögen!" „Ich bin so glücklich gewesen,
Doktor!" rief ich begeistert aus. „Und nie werde ich den