Full text : Ferdinand Lassalle

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und  suchte  sich  zu  entschuldigen.  Auf  den  Lärm  eilte
meine  Schwester  hinein.
„Ach!"  jammerte  das  dumme  und,  wie  ich  seit  jenem
Tage  bestimmt  weiß,  falsche  Tier,  „die  Madame  ohrfeigt ­
  mich  so."
Meiner  Schwester  kam  dies  gelegen.  Noch  kochte  die
Wut  in  ihr,  daß  sie  nicht  tags  vorher  zu  Friedländers
gehen  konnte.  Sie  überhäufte  die  Mutter  mit  Vorwürfen. ­
  Der  Lärm  vervielfachte  sich.  Ich  stürzte  hinein,
riß  meine  Schwester  weg  und  zog  sie  in  die  andere
Stube.  Hier,  in  Gegenwart  meines  Vaters,  sprach  sie:
„Ach,  du  bist  unbarmherzig,  Emilie  will  fort,  sie  will
durchaus  fort."
„Nun,"  entgegnete  ich,  „meine  Mutter  befiehlt  ja,
sie  soll  noch  heute  fort."
„Dummer  Junge!"  rief  mein  Vater.  „Hat  man  sie
denn  auf  der  Straße  gefunden?  Man  muß  mit  dem
Vormund  sprechen."  Meine  Schwester  eilte  wieder
herein.  „Du  bleibst  hier!"  herrschte  mir  mein  Vater  zu.
Drinnen  benahm  sich,  wie  ich  später  hörte,  meine
Schwester  sehr  schlecht.
„Du  willst  eine  Waise  schlagen?"  rief  sie  wiederholt, ­
  „du?"
Mein  Vater  kani  auch  dazu,  wurde  sehr  hitzig,  ja  er
ging  so  weit,  daß  er  meine  Mutter  bei  der  Hand  faßte.
„Ich  lasse  in  meinem  Hause  keine  Waise  schlagen!"
donnerte  er  und  ging  wütend  heraus.
Er  ging  mit  nieiner  Schwester  zu  Geigers  Predigt.
Meine  Mutter  blieb  weinend  bei  mir,  dem  Weinenden,
zurück.  Ich  war  erbittert  gegen  meine  Schwester,  ja
            
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