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daß Du noch minderjährig bist, kann Dir eine solche
Konzession entrissen haben. Es ist unmöglich, daß Deine
Schwüre Meineide gewesen sind, daß Du die Schwäche
bis auf diesen Punkt treibst. Du hast kein Recht, alle
die Zusicherungen zu brechen, die wir so fest uns ge
geben hatten. Du hast kein Recht, das Übermaß von
Rücksicht und Delikatesse, mit welchem ich Dich Deiner
Mutter zurückgab, so schrecklich undankbar, so schändlich zu
entgelten. Du hast kein Recht, mich zu kompromittieren,
indem Du niich in freier Initiative in ein Unternehmen
verwickelt hast, auf das ich mich unter der Beteuerung,
daß Du felsenfest entschlossen seiest, einließ.
3. Willst Du mich gleichwohl Deinem Vater auf
opfern, gut, so fordere ich wenigstens noch eine einzige
Unterredung von Dir, um mein Los aus Deinem eigenen
Munde zu vernehmen. Früher kann und werde ich Dich
nicht aufgeben. Diese Unterredung — die letzte unseres
Lebens — Du kannst und darfst sie nicht abschlagen.
Du hast mich namenlos unglücklich gemacht; ich liebe
Dich jetzt mit einer Glut, gegen welche alles andere und
Frühere bloßer Anfang war. Seit Mittwochnacht liebe
ich Dich bis zum Wahnsinn.
An diesem Tage war die ganze Familie von Doenniges aus Genf
verschwunden. Lassalle verbrachte dort noch sechs harte Tage.
Lassalle versuchte in Deutschland Himmel und Hölle für sich in
Bewegung zu sehen, in Mainz wollte er die Hilfe des Bischofs er
ringen, in München sollte ihm der Minister des Auswärtigen
Freiherr von Schrenk beistehen, auch an den König von Bayern
hatte er gedacht. Der folgende Brief aus München an die Gräfin
Hatzfeldt zeigt Lassalle in rasender Tätigkeit.