fullscreen: Die Volkswirthschaftslehre

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Buch 3. Kap. 1. Preis. 
jenigeil geringer ist, welcher durch sofortige Einschränkung oder 
gänzliches Ruhenlassen des betreffenden Geschäftszweiges entstehen 
würde. Solchen Unternehmungen, welche in Folge eines für 
sic günstigen Preisstandes außergewöhnlichen Gewinn bringen, 
pflegen dagegen chcbaldigst mehr Productionsmittel zugewendet 
zu werden. 
Die meisten Güter werden nun gleichzeitig in den verschie 
denen Productionsfällen mit sehr ungleich großen Kosten erzeugt, 
je nachdem die Verhältnisse, unter deren Einfluß producici >vird, 
günstigere oder ungünstigere sind. Kann der vorhandene Bedarf, 
z. B. an metallnen Schreibfedern, schon durch die unter den 
günstigsten Bedingungen geschehende Production gedeckt iverden, 
so wird dadurch die Concurrenz derjenigen Producenten, welche 
weniger Vortheilhaft produciren, für die Dauer unmöglich. Kann 
hingegen, was in der Regel der Fall ist, der Bedarf nicht allein 
durch die wohlfeilste Production vollständig befriedigt werden, 
so muß der Preis in Folge der ihn hinauftreibenden Nachfrage 
so hoch steigen, daß auch noch seitens der unter ungünstigeren 
Umständen Producirenden ein entsprechendes Angebot gemacht zu 
werden vermag. Der mit geringeren Productionskosten Schaf 
fende bezieht sonach im Marktpreise einen besonderen Gewinn- 
überschuß, während der Unterschied zwischen dem günstigsten und 
ungünstigsten Productionsfalle um so beträchtlicher wird, je größer 
der betreffende Bedarf überhaupt ist, und je ungleicher die zu 
dessen Befriedigung benutzten Productionsmittel sind. 
9 DL 
Das Verhältniß, in welchem die Preise 
schwanken, mit Abnahme des Angebots oder Zunahme 
der Nachfrage steigen und umgekehrt bei Zunahme des 
ersteren oder Abnahme der letzteren fallen, ist aber ein 
wesentlich verschiedenes je nach der unterschiedenen Leich 
tigkeit unb Sicherheit, mit welcher sich Nachfrage und 
Angebot in Bezug ans ein bestimmtes Gilt zufolge dessen 
Entbehrlichkeit oder Unentbehrlichkeit, Beschafsbarkeit und 
Verbranchbarkeit ins Gleichgewicht zu setzen vcrnlögen. 
Die Nachfrage bleibt am beständigsten den nnentbehr- 
lichen tlnd mit beweglichsten den entbehrlichen Gütern
	        
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