sentiri er nicht, nahm mit dem Erstarken des Verbandes zn
nnb nicht ab. Er ist eben nicht blos Erziehungsmittel, son
dern striktes Erfordernis;, nin die Harmonie der Interessen
zum Allsdruck gelangen zn lassen. Die gleiche Erfahrnng
macht man anch am Staatswesen. 3e mehr es sich zum
Träger von Knltnr und Zivilisation macht, desto vielfältiger
wird seine Organisation nnb desto vielfältiger sein Zwang sein.
Wenn aber die kleinste Summe von Zwang der Höhezeiger
der staatlichen Entwicklung wäre, müßte der zivilisirte Staat
vor dem halbbarbarischen die Segel streichen. Voll nnb ganz
Umfang nnb Bedeutung der Bernfsgenossenschaften hat der
bekannte deutsche Sozialpolitiker, der Reichstagsabgeordnete
Kaplan Hitze, erfaßt. Seine bezüglichen Auslassungen lesen
sich, als ob er dem Stickereiverbande die zu beschreitenden Wege
hätte vorzeichnen wollen, oder als ob er seine Thesen ans
der Geschichte dieses Verbandes geschöpft hätte. Es ist aber
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waren die Thesen Hitze's so unbekannt, wie diesem der erstere.
Hitze zeichnet die gemeinsame Bernfsgenossenschaft der Arbeit
geber nnb Arbeitnehmer der Zukunft in folgenden Umrissen:*)
„Und vielleicht werden die Bernfsgenossenschaften weiter sich
entschließen, der kommenden Ueberprodnktion bei Zeiten durch
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kenswerthe Ausgabe der Gesetzgebung sein, den Bernfsgenossen
schaften anch ans dem Gebiete des Arbeiterschntzes eine gewisse
Initiative nnb genau umschriebene Mitwirkung in der Zukunft
zuzuweisen. Natürlich müssen solche Bernfsgenossenschaften
sich erst einleben, erst muß die ganze Organisation die Probe
bestehen, erst muß klar sein, wie der Apparat arbeitet, ob
nicht Lücken sich vorfinden, ob namentlich Arbeitgeber nnb
Arbeiter mit Zrende und Erfolg zusammenarbeiten. Bewährt
*) Staatslexikon, herausgegeben von der Görres - Gesellschaft zur
Pflege der Wissenschaft im katholischen Deutschland. Freiburg im Breis-
gan 1887.