Full text : Leben und Lehre des Buddha

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VI.  Die  Lehre  des  Buddha.

budäbas  (Pali  Paccekabuddha)  sind  schon  den  alten  Pali-Texten
wohlbekannt,  erscheinen  aber  ziemlich  selten.  Man  denkt  sich  darunter ­
  Männer,  die  aus  eigener  Kraft  die  Kenntnis  erworben  haben,
die  für  die  Erreichung  des  Hirväua  nötig  ist.  Sie  behalten  aber
diese  Kenntnis  für  sich,  verkündigen  sie  nicht  den  Menschen,  sind
also,  wie  ihr  Name  es  besagt,  Buddhas  für  sich  allein  Später
hat  sich  die  Lehre  herausgebildet,  daß  die  Pratyeüabnddbas  nie
gleichzeitig  mit  einem  vollendeten  Buddha  auftreten.  Diese  Lehre
ist  nicht  ursprünglich,  wie  die  alten  Texte  zeigen,  in  denen  der
Pratyekabuddha  nur  eine  Stufe  höher  ist  als  der  Arbat.  Er
kann  für  sich  das  höchste  Nirväna  erreichen,  aber  er  kann  das  Gesetz ­
  nicht  andern  verkündigen,  „so  wie  ein  Stummer  Wohl  einen
wichtigen  Traum  haben,  aber  ihn  nicht  andern  erklären  kann",
oder  „wie  ein  Wilder,  der  eine  Stadt  betritt  und  von  einem  achtungswerten ­
  Bürger,  der  ihn  trifft,  bewirtet  wird,  nach  seiner
Rückkehr  in  den  Wald  nicht  imstande  ist,  seinen  Mitwilden  eine
Idee  zu  geben  von  der  Speise,  die  er  genossen  hat,  weil  sie  nicht
an  solche  Speise  gewöhnt  sind".  In  der  Legende  erscheinen  die
Pratyekabuddbas  stets  als  Einsiedler  mit  langem  Barte  und
struppigem  Haare,  und  sie  werden  gern  mit  dem  einsam  wandelnden ­
  Nashorn  verglichen,  ein  Vergleich,  der  für  den  buddhistischen ­
  Mönch  überhaupt  beliebt  ist.
Die  Bockbisattvas  (Pali  Bockbisatta)  sind  die  Wesen,
die  bestimmt  sind,  dereinst  Buddhas  zu  werden.  So  war  Buddha
bis  zu  seinem  34.  Lebensjahr  ein  Bodbisattva.  Ein  solcher  kann
als  Tier  wiedergeboren  werden;  er  bleibt  deswegen  doch  ein  Bodhisattva,
  begeht  aber  in  keiner  Existenz  Sünden.
Hoch  über  allen  andern  Wesen  steht  der  heilige,  erhabene  Buddha,
der  erleuchtete  oder  völlig  erleuchtete.  Die  gewöhnliche  Lobpreisnngsformel,
  die  an  der  Spitze  jeder  Pali-Handschrift  und  jedes  Pali-Buches
  steht,  ist:  namo  tassa  bbagavato  arahato  sammäsambuddhassa,
  „Verehrung  dem  Erhabenen,  Heiligen,  Vollständig  erleuchteten!" ­
  Man  sagt  von  Buddha,  daß  ihm  niemand  gleich  sei
unter  den  Nichtfüßlern,  den  Zweifüßlern,  den  Vierfüßlern,  niemand
in  der  Welt  der  Formen  und  der  formlosen  Welt,  kein  Gott,  kein
Brahman.  Selbst  Milliarden  von  Pratyskabudckbas  wiegen  einen
einzigen  vollendeten  Buddha  nicht  auf.  Niemand  kann  seine  Hoheit
und  Herrlichkeit  ergründen.  Wenn  jemand  auch  tausend  Köpfe
hätte  und  in  jedem  hundert  Münder  und  in  jedem  Munde  hundert
Zungen,  so  würde  doch  die  Dauer  eines  ganzen  Weltalters  nicht
            
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