Object : Die Zucker-Industrie auf Cuba

die  Ausbeute  per  ton  Rohr  sei  iit  der  letzten  Campagne  außerordentlich
befriedigend  gewesen.  Aus  einer  beigefügten  Uebersicht  ist  ersichtlich,  daß
man  überhaupt  7203,3  tons  Rohr  verarbeitete  und  daraus  durchschnittlich
per  ton  120,47  U.  I.  Produkt,  40,53  II.  Produkt  und  58,17  //.  Melasse
machte:  ein  nicht  gerade  stolzes  Ergebniß,  da,  ohne  Reduction  auf  I.  Produkt, ­
  nur  fast  9,8  "/o  des  Rohrgewichtes  gewonnen  wurden,  darunter  kaum
5'/27o  I  Produkt.  Wenn  angenommen  wird,  daß  uñe  tut  Vorjahre  die
gestimmte  Ackerfläche  von  484  acres  an  der  Ernte  Antheil  hatte,  so  würde
auf  das  Hectar  ein  durchschnittlicher  Nohrertrag  von  rund  380  D.-Ctr.
kommen;  legt  man  die  Angaben  über  das  Verhältniß  des  Zuckerertrages
in  den  beiden  Jahren  zu  Grunde,  so  würde  mau  etwas  mehr  als  360  D.-Ctr.
für  1  Hectar  herausrechnen  können.
Natürlich  haben  alle  diese  Rechnungen  nur  einen  beschränkten  Werth.
Ihr  Zweck  ist  auch  nur,  einerseits  eine  ungefähre  Vorstellung  von  der  Ergiebigkeit ­
  einer  Rohrpflanzung  zu  geben,  andrerseits  wenigstens  vorläufig
eine  Vergleichung  mit  den  Rübenernten  zu  ermöglichen.  Mit  dem  Gedanken ­
  freilich  muß  mau  sich  vertraut  machen,  daß  die  Felder  Cuba's  nllmählich
  wohl  eine  größere  Fruchtbarkeit  entwickeln  werden,  wenn  ihre  Bestellung ­
  mit  mehr  Umsicht  und  mit  stärkeren  Mitteln  erfolgt.  Behauptet
wird,  daß  damit  schon  jetzt  ein  guter  Anfang  gemacht  sei.  Es  wäre  erwüuscht
  zu  wissen,  in  welchem  Umfange  dies  bereits  geschehen,  und  ob
davon  schon  bei  den  Ernten  der  letzten  Jahre  ein  Einfluß  zu  spüren  gewesen.

Nach  biefeit  Bemerkungen  kann  es  nicht  befremden,  daß  auch  die
Nachrichten  über  die  Kosten  einer  Rohrernte  nur  äußerst  spärlich  vorhanden ­
  sind.  Bekanntlich  hat  man  in  Deutschland  seit  Jähren  Berechnungen ­
  über  den  Selbstkostenpreis  der  Rüben  aufgestellt,  ohne  zu  einem
anerkannt  gültigen  Resultate  zu  gelangen.  Nicht  viel  anders  würde  es  sich
auch  in  Cuba  verhalten,  selbst  meint  man  über  die  Ernteerträge  genaueres
wüßte.  Allerdings  fällt  hier  ein  wesentliches  Moment  der  Unsicherheit  weg,
nämlich  die  Vertheilung  der  Ausgaben  auf  die  Ernten  im  Fruchtwechsel,
da  ein  solcher  bei  der  dauernden  Rohrernte  nicht  stattfindet.  Andrerseits  aber
wird  es  schwer  sein,  die  Tilgungsrate,  welche  für  die  Anlage  der  Pflanzung
zu  rechnen  wäre,  auf  die  vorweg  nicht  zu  bestimmende  Anzahl  von  Jahren
zu  vertheilen,  den  richtigen  Ansatz  für  die  schwankenden  Creditausgaben
und  Zinsen  des  Betriebscapitals  zu  finden,  die  wechselnde  Höhe  der  Arbeitslöhne, ­
  den  Einfluß  außergewöhnlicher  Witterungsschläge  imb  der  auf  der
Anlage  wie  auf  der  Arbeit  ruhenden  Lasten  und  Abgaben  zutreffend  zu
bemessen.  Die  Selbstkosten  werden  sich  in  den  verschiedenen  Gegenden  wie
zu  verschiedenen  Zeiten  natürlich  verschieden  berechnen,  und  es  würde  deshalb ­
  längerer  und  umfassender  Vergleichung  zur  Erlangung  eines  richtigen
Durchschnittes  bedürfen.  Man  muß  auch  anerkennen,  daß  weder  die  Jahre
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.