Full text: Leben und Lehre des Buddha

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VI. Die Lehre des Buddha. 
Lohn entsprach seinen Taten. Er wurde in einem großen, mit langen 
Zuckerrohren bewachsenen Haine wiedergeboren. So oft er davon 
essen wollte, schlug ihn das Rohr, und er fiel ohnmächtig nieder. 
Er wurde durch Maudgaljäyana erlöst, der ihm riet, das Rohr 
mit abgewandtem Gesicht zu fassen, wie er einst das Stück dem 
Kinde zugeworfen hatte. Die Moral der Geschichte ist, daß alles 
in freundlicher Weise und gern gegeben werden muß. Auch kleine 
Geschenke tragen großen Lohn. Einst erzählte der Herr eine Ge 
schichte von dem Sohne eines reichen Gildemeisters in Räjagrha. 
Aus übergroßer Liebe hatten die Eltern ihren Sohn nichts lernen 
lassen, weil sie ihren Reichtum für so groß hielten, daß der Sohn 
ihn nicht vergeuden könne. Er geriet aber in schlechte Gesellschaft, 
verbrachte seine Zeit in Saus und Braus mit Schauspielern und 
Sängern und kam schließlich an den Bettelstab. Im Asyl für 
Obdachlose traf er einst mit Dieben zusammen, die ihn überredeten, 
mit ihnen gemeinsam einen Diebstahl auszuführen. Dabei wurde 
er infolge seiner Ungeschicklichkeit ergriffen und zum Tode verur 
teilt. Auf dem Wege zum Richtplatz sah ihn eine Hetäre, mit der 
er früher Verkehr gehabt hatte. Von Mitleid über sein trauriges 
Geschick erfaßt, sandte sie ihm vier Stück Zuckerzeug und Wasser. 
In diesem Augenblicke sah Mahamaudgalyayana mit göttlichem 
Blick dessen Unglück und versuchte ihn aus der Hölle zu retten. Er 
erschien vor ihm, und der Verurteilte bot ihm mit gläubigem Herzen 
das Zuckerzeug und Wasser an. Dafür wurde er nach der Hin 
richtung als ein Baumgott auf einem großen dichtschattigen Feigen 
baum in einem Bergwalde geboren. Da er ein so vorzügliches 
Feld für gute Taten wie den Uaudgatyäyana gehabt hatte, wäre 
er für seine gute Tat sogar in der Götterwelt wiedergeboren worden. 
Aber im Augenblicke des Todes dachte er dankbar an die Hetäre, 
und dadurch wurde sein Herz befleckt, so daß er sich mit dem Range 
eines Erdgeistes begnügen mußte. Dafür hatte er aber den Bore 
teil, später mit seiner geliebten Hetäre eine Woche vergnügt leben 
zu können. Der Herr aber sprach nach der Erzählung dieser Ge 
schichte die Verse: „Die Arhats gleichen dem Felde, die Geber den 
Pflügern, die Gabe dem Samen; daraus entsteht die Frucht. Dieser 
Same, dieses Pflügen und dieses Feld kommen den Geistern der 
Toten und dem Geber zu gute. Die Geister der Toten genießen 
es, und der Geber ivird durch seine fromme Tat erhöht. Wenn 
er hier Gutes tut und die Geister der Toten ehrt, kommt er in 
den Himmel, da er eine schöne Tat verrichtet hat."
	        
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