Full text : Leben und Lehre des Buddha

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VI.  Die  Lehre  des  Buddha.

eines  andern  einlassen."  Der  Suttaaixäta  sagt:  „Wer  sich  mit
den  Frauen  von  Verwandten  oder  Freunden  einläßt,  mit  Gewalt
oder  ihrem  Einverständnis,  der  ist  ein  Ausgestoßener."
Das  vierte  Gebot  lautet:,  ,Du  sollst  nicht  lügen."  Das  Dhammikasutta
  sagt  davon:  „Weder  vor  Gericht  noch  in  einer  Versammlung
soll  einer  den  andern  belügen.  Man  soll  niemanden  zur  Lüge
verleiten,  noch  es  billigen,  daß  einer  lügt,  sondern  jede  Art  der
Lüge  vermeiden."  Im  Kokälijasutta  heißt  es:  „Im  Munde  des
Menschen  entsteht  bei  seiner  Geburt  eine  Axt,  mit  der  der  Tor  sich
selbst  verletzt,  wenn  er  schlechte  Rede  führt.  Wer  einen  lobt,  der
zu  tadeln  ist,  oder  einen  tadelt,  der  zu  loben  ist,  der  wirft  mit
seinem  Munde  einen  Unglückswurf  und  durch  den  Unglückswurf
findet  er  kein  Glück.  Das  ist  ein  unbedeutender  Unglückswurf,
durch  den  man  beini  Würfelspiel  sein  Geld  verliert;  der  tut  einen
größeren  Unglückswurf,  der  sich  an  Guten  versündigt.  Wer  die
Unwahrheit  spricht,  und  wer  leugnet,  was  er  getan  hat,  kommt  in
die  Hölle;  beide  niedrig  handelnde  Menschen  sind  nach  ihrem  Tode
im  Jenseits  gleich.  Wer  einen  nicht  Schlechten  schlecht  macht,
einen  reinen,  unschuldigen  Mann,  auf  den  Toren  fällt  die  Sünde
zurück,  wie  feiner  Staub,  der  gegen  den  Wind  geworfen  wird."
Die  Positive  Seite  des  Gebotes  ist:  „Du  sollst  von  deinem  Nächsten
nur  Gutes  reden."  In  einer  seiner  Reden  sagt  Buddha  von  dem
Mönche:  „Er  läßt  von  Verleumdungen  ab,  hört  mit  Verleumdungen ­
  auf.  Was  er  hier  gehört  hat,  sagt  er  nicht  dort  wieder,
um  diese  zu  veruneinigen;  was  er  dort  gehört  hat,  sagt  er  nicht
hier  wieder,  um  jene  zu  veruneinigen.  Er  versöhnt,  die  sich  veruneinigt ­
  haben,  und  bestärkt,  die  sich  geeinigt  haben.  Die  Eintracht
ist  seine  Wonne,  die  Eintracht  ist  seine  Freude,  die  Eintracht  ist
seine  Lust;  Eintracht  schaffende  Worte  spricht  er.  Er  läßt  von
grober  Rede  ab,  hört  mit  grober  Rede  auf.  Er  spricht  tadellose,
den  Ohren  angenehme,  liebe,  zu  Herzen  gehende,  höfliche,  der  Menge
liebe,  der  Menge  angenehme  Worte."  Was  hier  vom  Mönch  gesagt ­
  wird,  wird  an  einer  andern  Stelle  mit  genau  denselben
Worten  als  Eigenschaft  Buddhas  selbst  angegeben  und  gilt  für  alle
Menschen.
Das  fünfte  Gebot  ist:  „Du  sollst  nicht  berauschende  Getränke
trinken."  Das  indische  Klima  erfordert  Nüchternheit,  so  daß  das
völlige  Verbot  berauschender  Getränke  heilsam  und  notwendig  war,
um  so  mehr,  als  in  alter  Zeit  die  Inder  starke  Trinker  waren.
Das  vbawmikasutta  sagt:  „Der  Hausherr,  der  diesem  Gesetze
            
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