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Stanfords Reichtum war so groß, daß er wie die Vander-
bilts, Astors, Goulds und andere, Magnaten gezwungen
wurde, den Überschuß auf ganz anderen Gebieten unter-
zubringen. Ein Teil der vielen der Regierung und dem
Volke entzogenen Millionen wurde bei den Straßenbahnen
von San Francisco angelegt; von diesen gehörte ihm ein
Viertel und brachte ihm jährlich 10 Prozent!). Andere Mil-
lionen wurden in anderem Besitz angelegt. Stanford wurde
ein großer Landeigentümer. Ihm gehörte der ungeheuer
große, 100 000 Morgen umfassende Vina-Weinberg und die
Palo Alto-Viehwirtschaft mit ihren ausgedehnten Zucht-
anlagen und großen Weingärten und mancher andere Grund-
besitz in San Francisco und anderwärts. Sein Aktien- und
Landbesitz brachte ihm, wie man’ schätzt, ein jährliches
Einkommen von ı Million Dollar.
Bis zum Jahre 1885 war er nur ein sogenannter Finanzier
gewesen, der von einigen als großer Eisenbahnbauer, von
anderen als kolossaler Dieb bezeichnet worden war. Jetzt
wurde er ein vollbeschwingter Philanthrop, indem er Eigen-
tum im Werte von vielen Millionen zur Gründung der
Leland Stanford jr.-Universität hergab.
So wurde wieder ein „Sitz der Gelehrsamkeit‘ gegründet,
ler unter der Aufsicht des Geldes stehen sollte.
Stanford im Senat der Vereinigten Staaten
Als Senator der Vereinigten Staaten bezog Stanford ein
jährliches Gehalt von 5000 Dollar; er gab in jeder Session
75 000 Dollar aus; es machte diesem Manne Vergnügen,
den Zeitungsjungen Zwanzigdollarstücke zuzuwerfen. Seine
Hauptarbeit in Washington bestand darin, die Regierung
von selbständigen Maßnahmen abzuhalten, die ihn und
seinen Klüngel hätten zwingen können, ihren Raub wieder
herzugeben, alles feindliche Vorgehen zu ersticken und Ge-
setze durchzubringen, die noch mehr an Konzessionen, Land,
Wasserstraßenrechten und besonderen Privilegien gewährten,
1) Was durch neuere Enthüllungen in San Francisco davon zutage gebracht
worden ist, wie Straßenbahn-Privilegien durch Bestechung erlangt wurden, ist nur
ein Anzeichen des herrschenden Bestechungssystems.