Full text : Die Bodenreform im Lichte des humanistischen Sozialismus

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Die  Verstaatlichung  der  Bergwerke.

Wie  die  organische  Staatsidee  die  Unterordnung  deseinzelnen ­
  zum  Wohle  der  Gesamtheit  verlangt,  ebenso
muß  in  ihrem  Geiste  die  Heiligkeit  der  Arbeit,  die  Anerkennung ­
  des  geringsten  Menschen  als  eines  vollberechtigten
Mitgliedes  der  menschlichen  Gesellschaft  verlangt  werden.
Das  heißt  für  unsere  Auseinandersetzung:  die  schikanöse-Ausbeutung
  der  Arbeiter,  wie  durch  Wagennullen,  übermäßig ­
  und  einseitig  bestimmte  Schichtdauer,  unmotivierte
Lohnabzüge  usw.,  die  den  Bergmann  als  ein  willenloses
und  untergeordnetes  Wesen  erscheinen  lassen,  werden  mit
Sicherheit  nur  in  den  Staatsbetrieben  der  Zukunft  fortfallen. ­
  Bessere  Lebenshaltung  wird  so  einen  Streik  unmöglich ­
  machen.
Solchen  zu  verhüten,  hat  die  Nation  hohes  Interesse,,
und  sie  müßte  es  tun,  selbst  wenn  große  Opfer  gefordert
würden,  was  aber  nicht  der  Fall  ist.  Denn  nicht  allein
die  Bergarbeiter  leiden  durch  den  bis  aufs  Messer  geführten
Lohnkampf.  Der  nationale  Wohlstand  kann  durch  die
Härte  und  den  Eigensinn  der  Grubenbesitzer,  wie  gewißauch
  durch  den  Leichtsinn  der  Arbeiter,  in  starkem  Maße
geschädigt  werden.  Die  Einstellung  der  Kohlenförderung
muß  die  Schließung  aller  industriellen  Werkstätten  zur
Folge  haben,  die  bisher  die  Kraft  ihrer  Motoren  durch  die
Verbrennung  der  Steinkohlen  gewonnen  haben.  Der  dadurch ­
  eintretende  Verlust  in  der  Produktion  wird  seinen
Einfluß  in  allen  Bevölkerungsschichten  geltend  machen
der  nationale  Wohlstand  ist  bedroht,  da  alle  Tätigkeit  ruht.
Schon  aus  dem  Grunde,  eine  solche  Kalamität  zu  verhüten ­
  ,  müßte  das  Gemeinwesen  zum  Ankäufe  resp.  zur
Expropriation  der  Bergwerke  schreiten,  nicht  allein  der
Kohlen-,  sondern  auch  der  Eisengruben.  Denn  wenn  der-Kapitalismus
  nur  aus  ersteren  hinausgesetzt  würde,  würdeer
  gar  bald  die  letzteren  zu  seinem  Spielballe  machen.
Ebenso  schlimm  wie  ein  Streik  ist  die  Preissteigerung.
            
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