Full text : Die Bodenreform im Lichte des humanistischen Sozialismus

Die  Wohnungsfrage.

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in  Wahrheit  aber  nichts  besitzt,  und  verkaufen  diesem  auf
dem  Wege  des  Rechtes  einen  Baugrund.  Da  es  dem  Bauherrn ­
  auf  die  Höhe  der  Summen  gar  nicht  ankommt,  weil  er
nichts  zu  verlieren  hat,  so  zahlt  er  in  Gedanken  und  dann  auf
dem  Vertragspapiere  eine  sehr  viel  höhere  Summe,  als  ein
reeller  Unternehmer  tun  würde.  Diese  Kaufsumme,  die
also  einen  schon  künstlich  geschwindelten  Bodenpreis  darstellt, ­
  wird  hypothekarisch  eingetragen.  Das  eigentliche
Baugeld  gibt  entweder  derselbe  Kapitalist  oder  ein  anderer.
Natürlich  wird  niemand,  der  die  Verhältnisse  kernt,  zumal
bei  den  künstlich  emporgetriebenen  Grundwerten,  die  außerdem ­
  noch  der  Konjunktur  unterliegen,  soviel  Geld  zum
Bauen  auf  das  Haus  geben,  daß  damit  der  letzte  Nagel
bezahlt  werden  kann.  Da  aber  der  Bauherr  in  den  meisten
Bällen  mittellos  ist,  so  müssen  von  vornherein  die  Bauhandwerker ­
  darauf  gefaßt  sein,  betrogen  zu  werden.  Es
gibt  da  verschiedene  Möglichkeiten:  1.  Bei  steigender,  guter
Konjunktur  kann  der  sogenannte  Bauherr  gut  verkaufen
und  seine  Lieferanten,  Handwerker  bezahlen,  oder  er  übernimmt ­
  neue  Bauten  und  stopft  mit  dem  erhaltenen  neuen
Gelde  die  alten  Schulden  zu.  2.  Bei  sinkender  Konjunktur
ist  nicht  allein  die  Arbeit  der  Handwerker  usw.  verloren,
ja  es  fallen  oft  zweite  Hypotheken  aus.  3.  Der  gute  Bauherr ­
  lebt  herrlich  und  in  Freuden,  verpraßt  einen  Teil  des
Geldes  und  schädigt  die  anderen  um  so  mehr.
So  ist  es  natürlich,  daß  es  oft  zur  Zwangsversteigerung
kommen  muß,  bei  der  diejenigen  hineinfallen,  welche  keine
gute  hypothekarische  Sicherheit  haben.  Gewonnen  hat
aber  sicher  der,  welcher  den  Boden  zu  enormen  Preisen
abgab,  und  man  kann  ruhig  sagen,  daß  die  meisten  Bodenwucherer ­
  es  darauf  anlegen,  die  Handwerker  systematisch
auszurauben.
Wie  sehr  die  Subhastationen  unter  dieser  Betrugswirtschaft
gang  und  gäbe  sind,  zeigenfolgende  Zahlen:  in  Hamburg  wurden
            
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